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Robert Geisendörfer – Ein Leben für die Publizistik |
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![]() GEP Archiv, Frankfurt am Main Robert Geisendörfer war Pfarrer der bayerischen Landeskirche und hat sich sehr früh für die Medienarbeit der Kirche engagiert. Er ahnte, welche Bedeutung Medien für die Menschen haben würden. Und so war Geisendörfer dabei, als sich erste Strukturen der Mediengesellschaft in Deutschland abzuzeichnen begannen, und er arbeitete daran, dass die deutschen Medienvertreter international wieder akzeptiert wurden. Er war dabei in seiner Funktion als Direktor des Evangelischen Presseverbands, als nach dem Krieg die Sonntagsblätter lizensiert wurden und allmählich der Evangelische Pressedienst mit seiner ausdifferenzierten Regionalstruktur entstand. Er war dabei als Rundfunkbeauftragter der Evangelischen Kirche Deutschlands, als der öffentlich-rechtliche Rundfunk aufgebaut und die gemeinsamen Kommissionen zwischen Kirche und ARD gegründet wurden. Die ersten Gottesdienstübertragungen, das „Wort zum Sonntag“: Geisendörfer gehörte zu den Erfindern und Ermöglichern. Er mischte sich ein in die Rundfunkpolitik und prägte mit anderen den Geist des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Und der Höhepunkt seiner Aufbautätigkeit war die Gründung des GEP, des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik, in dem Robert Geisendörfer die evangelische Medienarbeit konzentrierte und vor allem eine Art Think-tank, eine Art Zukunftswerkstatt der Publizistik installierte. Er hatte dabei sowohl die Begabung der Organisation, und es lag ihm daran, kritische und intelligente Leute um sich zu scharen. Die Freiheit der Journalisten von ihrem Gegenstand, das war sein Lebensthema. Seine Generation hatte die Propaganda des Naziregimes im Rücken, die Manipulation der Massen durch regierungsabhängige Medien. Seine Generation wusste: Zeitung, Rundfunk und Fernsehen werden gefährlich und langweilig, wenn sie nicht den Streit der Meinungen, den offenen Diskurs in einer pluralen Gesellschaft abbilden. Und wir bekommen heute eine Ahnung davon, wie wichtig unabhängige Medien sind, wenn wir zum Beispiel in die Medienlandschaft Italiens blicken oder auch die Berichterstattung des Fernsehens über den Irakkrieg analysieren. Freiheit von den Institutionen und Regierungen. Mit diesem Credo konnte Geisendörfer beißend die Einmischung der Politik ins Programm oder in die Stellenbesetzungen kommentieren. Die Kirche solle die Gesellschaft zu ihrer eigenen Sache machen, meinte er. „Durch Information, durch Meinungsäußerung, durch Orientierung, durch Kritik arbeiten wir an der menschlichen Freiheit mit“, formulierte er. Und die Freiheit, von der Geisendörfer sprach, war eine Freiheit zur Anwaltschaft: Die Freiheit einzutreten für die Schwachen, die Vergessenen, die Übersehenen. Bert Brecht hat ja unvergesslich das Prinzip der heutigen Mediengesellschaft vorweggenommen: „Denn man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“ So schrieb Brecht. Geisendörfer wollte Licht ins Dunkel bringen. Licht ins Dunkel bringen: das will der Geisendörfer Preis auch. Dr. Ulrich Fischer, Landesbischof und Jury-Vorsitzender, anläßlich der 20. Verleihung des Robert Geisendörfer Preises www.robert-geisendoerfer-preis.de; Tel.: (069) 58098-186 Fax: (069) 58098-274; email: cippitelli@gep.de |