Der Kinderfernsehpreis 2009 geht an
die Autoren Anja Kömmerling und Thomas Brinx und die Regisseurin Sibylle Tafel
für
König Drosselbart
HR 2008 (Redaktion: Familie, Bildung, Service)
Begründung der Jury


„Kinder brauchen Märchen“, wusste der große Psychologe Bruno Bettelheim, Jahrhunderte nach den Brüdern Grimm zwar, aber Jahrzehnte vor Joanne K. Rowling. Und wer der Meinung ist, in Zeiten der digitalen Effektezauberei könne man mit vermeintlich altmodischen Geschichten kein Kind mehr hinter dem Ofen hervorlocken, den hat die ARD mit ihren Märchenfilmen eines Besseren belehrt. „König Drosselbart“ zeigt dabei auf herausragende Weise, wie man einen Klassiker moderat modernisiert und einer bekannten Geschichte außerdem noch neue Seiten abgewinnt: Anders als bei den Brüdern Grimm verliert die widerspenstige Prinzessin zwar ihren Hochmut, aber zähmen lässt sie sich nicht. Sie darf ihre emanzipative Rolle also behalten; eine pädagogisch enorm geschickte Lösung, um das konservative Geschlechterbild zu konterkarieren. Der Titelheld wiederum muss einsehen, dass man Menschen nicht nach eigenem Gutdünken verändern darf; eine völlig verdiente Ohrfeige unterstreicht den Lernprozess.

Eine „Lobende Erwähnung“ der Jury Kinderprogramme geht an die
Moderatorin Karen Markwardt
für
Karen in Action – Von wegen behindert!
BR 2008 (Redaktion: Kinderprogramm)
Begründung der Jury

So kennen sie die Zuschauer: Offen und natürlich, vorurteilslos und draufgängerisch, dabei augenzwinkernd und keck - Karen Markwardt, die Moderatorin von inzwischen 66 Folgen der Reportage-Reihe „Karen in Action“ des Bayerischen Rundfunks. Der studierten Theaterwissenschaftlerin liegt das Rollenspiel, die Lust am Ausprobieren und Mitmachen im Blut. Immer neuen, actiongeladenen und spannenden, den meisten jungen Menschen selbst so ohne weiteres nicht zugänglichen Lebensbereichen, Ereignissen oder Hobbys aus Wissenschaft, Sport und Gesellschaft spürt sie nach, bringt sich ein, neugierig und kraftvoll, mutig und fröhlich. Dabei kennt sie auch in heikleren Situationen weder Vorurteile noch Verlegenheit und vermittelt dem Zuschauer, dass alles möglich ist, man alles erfahren und miterleben kann, wenn man nur will. So wagt sie sich auch an soziale Themen wie Behinderten-Sport oder die Resozialisierung straffälliger Jugendlicher. Ihr ansteckender Optimismus, ihr Witz und Temperament, gepaart mit Selbstbewusstsein und Wärme können vor allem Mädchen Mut machen, sich genauso viel zuzutrauen wie Jungen in dem Zielgruppenalter der Zehn- bis Fünfzehnjährigen.
In der konzeptionell, pädagogisch und gestalterisch überdurchschnittlich gut produzierten Reihe „Karen in Action“ nimmt die sportliche und einfühlsame Moderatorin in mehrfacher Hinsicht eine Schlüsselrolle ein, so dass die Geisendörfer-Jury für Kinderprogramm Karen Markwardt eine „Lobende Erwähnung“ ausspricht.
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