Regie: Kenny Glenaan
Drehbuch: Simon Beaufoy
Großbritannien, Deutschland 2004
Eine junge Frau zieht sich auf einer Wiese eine enge Jeans an; ihr dunkles Kleid, unter dem sie ein farbenfrohes T-Shirt trägt, wirft sie mitsamt Kopftuch in ihr rotes Cabrio. In der Ferne hört man die Stimme ihres jüngeren Bruders, der ein muslimisches Gebet rezitiert, das Lautsprecher in die Straßen des von pakistanischen Einwanderern bewohnten Stadtviertels übertragen. Alltag in einer Kleinstadt im Norden Englands. "Ich bin mit Dir verheiratet, aber ich bin nicht Deine Frau", erklärt Yasmin ihrem Mann, den sie ihrem Vater zuliebe geehelicht hat. Von Faysal, dem das Leben in der modernen westlichen Gesellschaft fremd ist, will sie sich scheiden lassen; dafür nimmt sie auch einen bitteren Konflikt mit ihrem Vater in Kauf. Während Yasmin ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin nachgeht, schlägt Faysal die Zeit tot. Seine regelmäßigen Telefonate nach Karachi werden ihm zum Verhängnis, als die Behörden darin eine Verbindung zu einer pakistanischen Terrorzelle zu erkennen meinen.
"Yasmin" ist Teil eines neueren britischen Kinos, das häufig Geschichten aus der Einwanderungsgesellschaft aufgegriffen hat. Meist geht es um soziale und innerfamiliäre Konflikte, in denen unterschiedliche Lebensentwürfe der Generationen kollidieren. "Yasmin" geht jedoch einen Schritt weiter: Der Film zeigt die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Lebensrealität muslimischer Einwanderer. Er schildert die diskriminierende Islamphobie der englischen Gesellschaft, die Yasmins jüngeren Bruder in die Fänge islamistischer Hassprediger treibt. Auch an der selbstbewußten jungen Frau gehen die Ereignisse nicht spurlos vorüber. Nachdem Yasmin zu Unrecht inhaftiert wurde, beginnt sie, ihr bisheriges Selbstverständnis zu revidieren, und öffnet sich für den Kummer ihres vereinsamten Vaters. Insgesamt besticht der Film durch die nuancierte Schilderung muslimischer Milieus vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.
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Infoblatt
| Großbritannien, Deutschland 2004 | |
| Produzent: | Parallax Independent, Co-Produzenten: Euroarts Medien AG |
| Regie: | Kenny Glenaan |
| Drehbuch: | Simon Beaufoy |
| Kamera: | Tony Slater-Ling |
| Schnitt: | Kristina Hetherington |
| Musik: | Stephen McKeon |
| Darsteller: | Archie Panjabi (Yasmin), Renu Setna (Khalid), Steve Jackson (John), Syed Ahmed (Nasir) u.a. |
| Format: | 35 mm, 87 Min., Farbe |
| Verleih: |
Academy Films Stefan Paul und Kamran Sardar Khan GbR Friedrichstr. 23a, 70174 Stuttgart, Tel.: +49 (0)711 365960-0, Fax.: +49 (0)711 365960-11, info@academy-films.com, http://www.academy-films.com |
| Preise: | European John Templeton Film Award 2004, Preis der Ökumenischen Jury, Locarno 2004 |
| FSK: | ab 12 |
| Kinostart: | 26.05.05 |