Regie: Icíar Bollaín
Drehbuch: Icíar Bollaín, Alicia Luna
Spanien 2003
In Panik verlässt Pilar mit ihrem kleinen Sohn Juan die eheliche Wohnung. In Hausschuhen flieht sie zu ihrer Schwester Ana, der sie schluchzend in die Arme fällt. Nach Jahren der Demütigung und körperlicher Attacken durch Antonio, ihren Mann, hält sie es nicht mehr aus. Ana entdeckt das ganze Ausmaß des Leidens ihrer Schwester und drängt sie, sich scheiden zu lassen. Mit dem Versprechen, sich zu ändern, versucht Antonio, Pilar zurück zu gewinnen. Kleine Geschenke und die Teilnahme an einer Therapie sollen die Ernsthaftigkeit seiner Absicht untermauern. Schließlich kehrt Pilar zu ihm zurück. Allerdings hat sie inzwischen eine eigene Arbeit gefunden und will sich zur Museumsführerin ausbilden lassen - eine Selbständigkeit, die Antonios Eifersucht und Wut erneut wecken. Nach einem massiven handgreiflichen und demütigendem Angriff verlässt ihn Pilar mit Hilfe ihrer Freundinnen endgültig, ohne dass Panik und Angst sie beherrschen.
Gewalt in der Ehe ist ein brisantes Thema, weil es von öffentlichem Schweigen und individuel-ler Scham umgeben ist. Auf beklemmende Weise zeigt der Film die psychischen Verstrickungen, die über Jahre hinweg zur Verheimlichung der erlittenen Gewalt führen. Antonios Versuche, seine Affekte zu kontrollieren, scheitern, weil er selbst voller Angst ist und sich als unterlegen empfindet. Pilar wiederum vermag sich aus ihrer ambivalenten emotionalen Bindung an ihn nicht zu lösen. Das Gefühl, dass sich die angestaute Aggression des Mannes gegen die zerbrechlich wirkende Frau jederzeit entladen kann, wird allein durch die konzentrierten Dialoge und das intensive Spiel der Darsteller hervorgerufen. Zugleich werden Männer- und Frauenbilder sichtbar, die kulturell akzeptiert sind und zur Entstehung und Hinnahme von männlicher Gewalt in der Ehe beitragen. Der Film ermöglicht, jene Bilder und Rollen zu begreifen und zu überwinden, denen nach wie vor unzählige Frauen zum Opfer fallen.
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Infoblatt
| Spanien 2003 | |
| Produzent: | Santiago García de Leániz, Co-Produzent Enrique Gonzáles Macho |
| Regie: | Icíar Bollaín |
| Drehbuch: | Icíar Bollaín, Alicia Luna |
| Kamera: | Carles Gusi |
| Schnitt: | Ángel Hernández Zoido |
| Musik: | Alberto Iglesias |
| Darsteller: | Laia Marull (Pilar), Luis Tosar (Antonio), Candela Peña (Ana), Rosa Maria Sardà (Aurora, Pilars Mutter), Nicolás Fernández Luna (Juan), Sergi Calleja (Therapeut), Dave Mooney (John) u.a. |
| Format: | 35mm, 106 Min., Farbe |
| Verleih: |
timebandits Films GmbH Stubenrauchstr. 2, 14482 Potsdam, Tel.: +49 (0)331 70445 -0, Fax.: +49 (0)331 70445 -29, office@timebandits-films.de, http://www.timebandits-films.de/ |
| Preise: | Ausgezeichnet mit 7 Goyas (spanischer Filmpreis) 2004 |
| FSK: | ab 12 |
| Kinostart: | 04. August 2005 |