Regie: Nadia Fares
Drehbuch: Nadia Fares, Yves Kropf
Schweiz/Tunesien 1996
Leila, Amina und Naima, drei Frauen unterschiedlichen Alters aus einem nordafrikanischen Land, möchten ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Sie wollen studieren, den Mann ihrer Wahl heiraten und selbständig einen Beruf ausüben. Von ihren Vätern, Freunden und Ehemännern werden sie gedemütigt, gequält und mißbraucht, bis sie das Haus verlassen und in eine ungewisse Zukunft aufbrechen. Der Preis ist hoch: Vor den Toren warten nicht nur Freiheit und selbstbestimmtes Leben, sondern Prostitution, Einsamkeit und Verlust von Familienbindungen.Kunstvoll verknüpft die Regisseurin Nadia Fares die Schicksale der drei Frauen. Durch Montage und fließende Übergänge werden die Geschichten so miteinander verwoben, daß die Gegenwart der jüngsten Frau die Vergangenheit der Ältesten sein könnte und umgekehrt. Honig und Asche ist in einem muslimischen Milieu angesiedelt, doch könnte der Film überall auf der Welt spielen, wo patriarchalische Strukturen dominieren: handelt er doch von der Pepe Danquart und Herrschaft von Männern über Frauen, deren Aufbegehren gegen das Eingeschlossensein und immer wieder von den Orten ihrer Ausgrenzung, den Wohnhäusern, Internaten, Bordellen und Gefängnissen.Für die Spannungen zwischen den Kulturen, zwischen Tradition und Moderne findet die Regisseurin Bilder mit zahlreichen Brechungen und Ambivalenzen. Immer werden beide Seiten sichtbar: Drinnen und Draußen, Licht- und Schattenseiten, Wahrheit und Lüge, Honig und Asche. Dabei verfällt der Film nicht in Schwarzweißmalerei, Frauen und Männer werden entsprechend ihrer unterschiedlichen Verstricktheit ins patriarchale System differenziert gezeichnet. Sätze wie "Die Wahrheit kennt keine Gnade" und "Lügen heilen nicht" mögen vordergründig pathetisch und verzweifelt klingen. Sie drücken jedoch etwas vom Mut zur Wahrheit und von der Stärke der Frauen aus, die ihre Würde behalten und trotz aller Gewalterfahrungen zu neuem Aufbruch auffordern.
Als Download (pdf):
Infoblatt
| Schweiz/Tunesien 1996 | |
| Produzent: | Dschoint Ventschr AG/C.T.V. Services |
| Regie: | Nadia Fares |
| Drehbuch: | Nadia Fares, Yves Kropf |
| Kamera: | Ismael Ramirez |
| Musik: | Jean-Francois Bovard |
| Darsteller: | Nozha Khouadra, Amel Ledhili, Samia Mzali, Lara Chaouachi, Naji Najeh, Slim Larnaout u.a. |
| Format: | 35mm, Farbe, 80 Min. |
| Verleih: |
Kairos-Filmverleih Gbr Göttingen Geismarlandstraße 19, 37083 Göttingen, Tel.: +49 (0)551 48 45 23, Fax.: +49 (0)551 48 70 98, kairosfilm@aol.com, http://www.kairosfilm.de |
| Preise: | Preis der Ökumenischen Jury, Locarno 1996 |
| FSK: | Ohne Angabe |