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  Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfiehlt als Film des Monats August 2002:

The Mars Canon (Kasei no kanon)
Regie: Kazama Shiori; Buch: Ogawa Tomoko, Oikawa Shotaro

Immer nur am Dienstag trifft die 29 Jahre alte Kinuko ihren Geliebten Kohei, einen dreiundvierzigjährigen Tokioter Büroangestellten. Sie gehen zusammmen aus und verbringen anschließend die Nacht in einem Hotel. Für Kinuko ist es eine Liebe ohne Perspektive, denn Kohei ist verheiratet, hat eine Tochter und macht keine Anstalten, an dieser Situation etwas zu ändern. Mit dem Straßenpoeten Manabe und der jungen Hijiri, die Kinuko eines Tages kennenlernt, kommt Bewegung in ihr ritualisiertes Leben. Hijiri ist empört über Kinukos Affäre. Als Kinuko mit einer schweren Erkältung im Bett liegt, wird sie von ihrer neuen Freundin gepflegt. Und alsbald wird deutlich, dass Hijiri in Kinuko verliebt ist... Die japanische Regisseurin Kazama Shiori erzählt diese gewöhnliche Liebesgeschichte auf eine durchaus ungewöhnliche Weise. Ihre Kameraeinstellungen, die zumeist auf Nahaufnahmen verzichten, um die Konstellation der Personen im Blick zu behalten, sind von einer heutzutage rar gewordenen Länge und beweisen eine enorme Aufmerksamkeit für Details. Kazama will den martialisch klingenden Titel ihres Films durchaus wörtlich verstanden wissen. „Mars“ steht für die astrologische Entsprechung der Themen Kampf – Sex – Liebe. „Kanon“ im musikalischen Sinn beschreibt die Machart des Films mit seinen vielen asynchronen Stimmen, die doch immer um das gleiche Thema kreisen und am Ende wieder zu ihrem Anfang zurückkehren. Mit subtilem psychologischen Realismus, für den auch das Ungesagte und Nichtgezeigte zählt, zeichnet The Mars Kanon die labilen Beziehungsverhältnisse und Lebensentwürfe urbaner Existenzen nach, die sich jenseits verbindlicher Traditionen und festgefügter sozialer Bindungen bewähren müssen. Der Erzählrhythmus und der Verzicht auf jede melodramatische Überfrachtung dieser Liebesgeschichte geben dem Zuschauer die im Kino selten gewordene Chance, das Besondere im Alltäglichen wahrzunehmen.

Produktion: Argo Pictires, Tokio, Japan 2001; Regie: Kazama Shiori; Buch: Ogawa Tomoko, Oikawa Shotaro; Kamera: Ishii Isao; Schnitt: Shimamura Yasaji; Musik: Abe Masaya; Darsteller: Kuno Makiko (Kinuko), Kohinata Fumiyo (Kohei), Nakamura Mami (Hijiri), Kee (Manabe); Format: 35mm, F., 121 Min., OF mit dt. UT; Verleih: Freunde der Dt. Kinemathek, Filmhaus, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin, Tel. 030/26955-100, Fax -111; Dt. Erstaufführung: Forum der Int. Filmfestspiele Berlin, Kinostart: Februar 2002