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  Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfiehlt als Film des Monats August 2003:

Lichter
Regie und Buch: Hans-Christian Schmid, BRD 2002

Ingo versucht mit allen Mitteln, seinen maroden Matratzenladen zu retten. Philip, der junge Architekt aus dem Westen, will die Beziehung zu seiner polnischen Freundin wieder aufnehmen. Antoni, der polnische Taxifahrer, bemüht sich verzweifelt, Geld für das Kommunionkleid seiner Tochter aufzutreiben. Die ukrainische Flüchtlingsfamilie, die er gegen ein kleines Entgelt bei sich aufnimmt, wird von einem Schlepper betrogen. Auch Sonja, die deutsche Dolmetscherin, will einen Ukrainer in den Westen bringen. Diese und viele andere Geschichten erzählt Hans-Christian Schmid in seinem Film „Lichter“, der links und rechts der Oder spielt, in Frankfurt und dem polnischen Slubice.
Einige dieser Schicksale kreuzen sich, andere stehen für sich selbst. Schmid montiert die Episoden ineinander, nimmt Handlungsfäden auf, um sie lose zu verknüpfen oder einfach fallen zu lassen. Keine der Geschichten findet ein auch nur in Ansätzen versöhnliches Ende, sie bleiben so offen wie die Biografien der Personen, von denen sie berichten, und so unabgeschlossen wie die zeitgeschichtliche Entwicklung, in die sie eingebettet sind.
Regisseur Schmid gelingt es, eine politische Umbruchsituation mit den existenziellen Nöten und Erfahrungen einzelner Menschen zu verweben – ohne diese Schicksale zu bloßen Exempeln eines historischen Augenblicks zu degradieren. Der Film  reflektiert auf eine kunstvoll unspektakuläre Weise die Alltäglichkeit einer Ausnahmesituation – in einer Region, durch die sich nicht nur eine politische und ökonomische, sondern auch eine kulturelle und, vor allem, eine psychologische Grenze zieht. "Lichter" erzählt von der prägenden Kraft, die diese Barriere zwischen West- und Osteuropa für jeden Einzelnen besitzt - auf der einen wie auf der anderen Seite.




Produktion: Claussen+Wöbke Filmproduktion, BRD 2002; Regie und Buch: Hans-Christian Schmid; Kamera: Bogumil Godfrejow; Schnitt: Hansjörg Weißbrich, Bernd Schlegel; Musik: The Notwist; Darsteller: Devid Striesow (Ingo), Zbigniew Zamachowski (Antoni), Maria Simon (Sonja), August Diehl (Philip) u.v.a.; Format: 35 mm, Farbe, 105 Min.; Verleih: PROKINO, Widenmayerstr. 38, 80538 München, Tel. 089/236612-0, Fax -20; Kinostart: 31.7.03; Preise: Preis der Int. Filmkritik, Berlinale 2003 und Dt. Filmpreis in Silber 2003