25 Jahre EZEF
Einen Rückblick auf 25 Jahre EZEF sowie weiteren Einblick in unsere aktuelle Arbeit erhalten Sie durch die Veröffentlichungen, die im Rahmen unserer Jubiläumsfeiern Ende 2007/Anfang 2008 entstanden sind. Gleichwohl in Feierreden und Jubiläumsartikeln gewöhnlich selten schlecht und oft schön geredet wird, kommen in den unten aufgelisteten engagierten Beiträgen, Reden und Presseartikel doch wichtige Stationen und aktuelle Trends ans Licht, die den Werdegang von EZEF prägten. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, sie auch Ihnen, den Besucherinnen und Besuchern unserer Homepage, zugänglich zu machen.
Als „Trendsetter gegen den Trend“ beschreibt Georg Friedrich Pfäfflin das EZEF, ein wichtiger Fürsprecher und Berater des engagierten Filmverleihs seit der Gründung. In den Anfangsjahren ging es vornehmlich darum, einen Gegenakzent zur Hunger- und Kriegsberichterstattung der Massenmedien zu setzen und Bildungsmedien herauszubringen, die die Menschen in ihrer Vielfalt und als Subjekte von Entwicklung sichtbar machen,– unter anderem mit Spielfilmen, die durch den kulturellen Reichtum faszinieren und packende Geschichten erzählen. In seiner Jubiläumsrede richtet er den Blick zurück auf die medialen Highlights, mit denen EZEF wichtige politische und soziale Bewegungen, aber auch die Kulturschaffenden aus dem Süden begleitet hat und beleuchtet das Umfeld, in dem EZEF seinen Platz hatte und hat.
Rund 300 Titel verzeichnet der EZEF-Katalog inzwischen – eine unglaubliche Vielfalt an Kurz-, Dokumentar- und Spielfilmen aus oder über Afrika, Asien, Lateinamerika und Südostasien, von Ägypten bis Zimbabwe. Heute ist EZEF der größte Anbieter von entwicklungspolitischen Bildungsmedien in Deutschland. Wenn Filme gelungen sind, sagt Jörg Bollmann, Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) als Trägerorganisation der „Agentur für Filme aus dem Süden“, dann bewahren sie über die Distanzen von Zeit, Raum und medialer Umformung ein Stück Unmittelbarkeit und bringen uns Gefühle näher: Anteilnahme, Bewunderung, Staunen, Verzauberung, Neugierde, Respekt, manchmal heilsamen Zorn, manchmal befreiendes Lachen. Zwar haben sich im Licht von Globalisierung und technischem Wandel die Rahmenbedingungen für Filme und Filmemacher jenseits des Mainstreams stark verändert. Doch auch heute, in der globalisierten Medienwelt, wird diese Stimme des Südens zu selten gehört, betont Bollmann.
Auch Winfried Steen, Vorstandsmitglied des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED), der EZEF finanziell unterstützt, plädiert dafür, mehr noch als früher Filme als wichtige Medien in der pädagogischen Praxis einzusetzen. Filme, die Visionen erzeugen und ein Stück jener Empathie, die auf der Suche nach gesellschaftlichen Veränderungen und weltweiter Gerechtigkeit so wichtig ist. Die Bilder, unterstreicht Steen, die EZEF als Stimme des Südens herausbringt, sollen den Ungehörten dazu verhelfen, im Strom der medialen Flut sichtbar zu bleiben. Es sind Medien für Menschen, die nachdenken, die sich ihren Blick weiten lassen und die „gegen den Strom schwimmen und sich des Zeitgeist bedienen“ (epd Film).
Im Gespräch mit der Kinder- und Jugendfilmkorrespondenz erläutert Bernd Wolpert, Leiter des EZEF, warum dieser andere Blick gerade für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche bedeutsam sind und warum EZEF in den Kinoverleih eingestiegen ist. Auch wenn EZEF keine Konkurrenz zur kommerziellen Verleihlandschaft darstellt, ist es so in jüngerer Zeit doch gelungen, so etlichen Filmen von Filmemachern aus dem Süden, v.a. aus Afrika, den Sprung ins große Kino zu ermöglichen: mit hochwertigen, teils preisgekrönten Filme, die ansonsten dem deutschen Publikum verwehrt blieben.
Da es auf einem „chaotischen, amüsierwütigen Medienmarkt“ immer schwieriger sei, „Außenseiterware zu platzieren“ (Stuttgarter Zeitung) hat EZEF mittlerweile auch den Direkt-Vertrieb von DVD übernommen, mit dem man neben dem Publikum von Gemeinde, Schule und öffentlichen Bildstellen neue Zielgruppen erschließen könne.
Stefan Kaspar, Filmemacher aus Peru, beschreibt in einem Interview in der Zeitschrift EINS Entwicklungspolitik, dass das Engagement von EZEF zwar für einzelne Filme hilfreich sei, aber nicht ausreiche, um den Mangel an „Selbstbildern“ aus den Ländern des Südens zu kompensieren. Die Übermacht des Hollywood-Kinos in Lateinamerika habe dazu geführt, dass die Filmproduktion in Lateinamerika nahezu zum Erliegen gekommen sei. Seine Hoffnung ist, dass durch die Digitaltechnik die Karten neu gemischt werden. Er sieht die neuen digitalen Werkzeuge als Chance. Sie vereinfachen und verbilligen nicht nur die Produktion, sondern auch den Verleih, den Transport, das Abspielen und die gesamte Auswertung der Filme – auch in den Ländern des Südens selbst.
Folgende Reden anlässlich des EZEF-Jubiläums können hier vollständig gelesen werden:
Einige Artikel, die aus Anlass des EZEF-Jubiläums veröffentlicht wurden, finden Sie hier:
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