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Evangelisches Zentrum
für entwicklungsbezogene Filmarbeit



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25 Jahre EZEF - die Agentur für Filme aus dem Süden (August 2007)

von Bettina Lutterbeck, erschienen in: EINS Entwicklungspolitik 15-16, August 2007

„Die Klischees und Vorurteile über die Dritte Welt korrigieren“, der „Katastrophenberichterstattung der Medien“ oder „verklärender Buschexotik a la Daktari“ „authentische Bilder“, „alternative Botschaften“ der Menschen entgegen setzen. Diese Begriffe aus der Selbstdarstellung zeigen, dass das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) in Stuttgart 1982 in einem hochpolitischen Umfeld gegründet wurde. Ziel der kleinen Fachstelle des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) mit Sitz in Stuttgart ist bis heute, Medien für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit herauszubringen. Im ersten Verleihkatalog „AV-Medien Thema Dritte Welt.“ finden sich neben 73 Dokumentarfilmen auf 16mm zu verschiedenen aktuellen Themen rund 30 Tonbildreihen, 27 Diaserien und 5 Spielfilme. Heute, genau 25 Jahre später, hat das EZEF rund 300 Filme im Programm, hauptsächlich Video und DVD. Damit ist EZEF derzeit der größte Verleih von nicht-gewerblichen Filmen aus und über die Dritte Welt in Deutschland. Die meisten dieser Filme werden vom EZEF für die Bildungsarbeit herausgebracht. Das bedeutet, dass EZEF die nicht-gewerbliche Lizenz erwirbt, gegebenenfalls eine deutsche Sprachfassung und pädagogisches Begleitmaterial erstellt und Kopien an die Ev. Medienzentralen und staatlichen bzw. kommunalen Medienzentren verkauft. Dort werden sie weitgehend kostenlos an die Endverbraucher, an Lehrer, Weltläden, ehrenamtliche Kinoinitiativen oder Gemeinden verliehen. So sind die Filme einem möglichst breiten Publikum zugänglich. 10 bis 15 neue Spiel- und Dokumentarfilme bringt EZEF jährlich heraus. Viele davon wurden vom EED in Kooperation mit EZEF bereits in der Drehbuchphase oder in der Produktion gefördert. Der Filmförderungsetat mag im Vergleich zu kommerziellen Filmbudgets lächerlich gering sein. Die Bedeutung dieses Fördertopfes für Filmemacher aus der Dritten Welt ist aber enorm. Im komplizierten Fundraisingsmarathon, das für alle unabhängigen Filmproduktionen zäh und langwierig ist - und für Filmemachern aus Ländern ohne gut ausgestattetes Filmförderungsinstitut ganz besonders - hat die Ko-Finanzierungszusage des EED oft Empfehlungscharakter. Sie gibt oftmals den Ausschlag, ob ein Fernsehsender oder eine große Filmförderungsanstalt als Koproduzent in das Filmprojekt einsteigt – oder auch nicht.

Für einige wenige Filme, vor allem Spielfilme aus Afrika und Asien, hat EZEF die Kinolizenz erworben. Beispielsweise für den afghanischen Spielfilm „Erde und Asche“. Obwohl der Film mehrere Preise gewonnen hatte, konnten sich selbst aufgeschlossene Kinoverleiher aufgrund ökonomischer Erwägungen nicht dazu durchringen, ihn ins Programm zu nehmen. Nun kann „Erde und Asche“ als einer der wenigen afghanischen Filme, die in Deutschland überhaupt verfügbar sind, über EZEF für Filmreihen oder Einzelveranstaltungen mit einer Kopie entliehen werden. Gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelte EZEF 2003 ein Paket aus 14 Spielfilmen, die das weitgehend unbekannte Filmschaffen aus Afrika in Kinos und Schulen bringen wollte. „Afrika auf der Leinwand“ sollte bisherige Aktivitäten von Festivals, Kinomachern und anderen Initiativen vernetzen, aber auch Anregungen für neue Arten von Engagement bieten. Im Rahmen politischer und entwicklungsbezogener Bildungsarbeit wollte man vor allem junge Zielgruppen über das Medium Film ansprechen. Die Zuschauerzahlen machen Hoffnung, dass das gelungen ist.

War der Anspruch von EZEF anfangs der, entwicklungspolitische Filme für die Bewegung herauszubringen, um das Bewusstsein für entwicklungspolitische Zusammenhänge zu schärfen, so steht EZEF inzwischen auch zu seinem kulturpolitischen Anliegen. „Es geht uns darum, zu zeigen, dass die Welt sich nicht nur in Kategorien wie „arm“ und „reich“ einteilen lässt. Auch Kinder in Afghanistan spielen, Brasilianer feiern nicht nur Karneval und in Indien gibt es nicht nur religiöse Unruhen. All dies ist vielen von uns bewusst, aber es ist nicht immer leicht, an andere Informationen und Bilder aus den Ländern des Südens zu kommen“, meint Bernd Wolpert, seit 18 Jahren Leiter des EZEF. „Unser Ziel ist es, Filme für die Bildungsarbeit zugänglich zu machen, die uns einen Einblick geben in die Sorgen, Nöte aber auch Momente der Freude und der Zuversicht der Menschen – unter anderem mit Spielfilmen, die durch den kulturellen Reichtum faszinieren und packende Geschichten erzählen.“



Artikel zuletzt geändert am: Donnerstag, 24. April 2008 16:21

Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit
Kniebisstraße 29, 70188 Stuttgart

Telefon: 0711 - 28 47 243, Fax: 0711 - 28 46 936

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