Filme aus Ägypten
Das wahrhaftige Wort des klugen Bauern aus dem Tal des großen Flusses nach der Befreiung von seiner irdischen Hülle bei der Rechtfertigung seiner Lebenstaten durch den Ka vor der jenseitigen Halle der wahren Gerechtigkeit um im Munde der Menschen gepriesen zu werdenÄgypten/Deutschland, 1982, Regie: A’Wahed Askar, Sprache: deutsch
Ein ägyptischer Film, der schon in seinem unvergleichlichen Titel den ganzen Mythos der pharaonischen Dynastien hervorruft. Aus Sicht eines verstorbenen Bauern, der sich vor seinem Schöpfer verantwortet, wird die viertausendjährige Geschichte des Niltals erzählt. Der verhüllte Leichnam des Beuern treibt nach altem ägyptischen Brauch auf einem Floß den Nil hinunter. Wir hören eine Stimme aus dem Off: die Lebensbeichte der über dem toten Körper schwebenden Seele, die auf ihrer Reise den Fluss hinunter in Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart blickt. Die meisterhaft geführte Kamera lässt den Zuschauer auf der Bildebene in die Rolle der schauenden Seele schlüpfen.
Mi.: 10.10.07, 20.00 Uhr vhs Stuttgart Rotebühlplatz 28, Robert-Bosch-Saal
Der Andere – L’autre
Ägypten 1999, Regie: Youssef Chahine, Sprache: ägyptisch/arabisch OmU
Als ihr Sohn die hübsche Reporterin Hanane heiratet, fällt die neureiche Margaret aus allen Wolken. Denn sie hasst Hanane, zumal sie ihr Ein und Alles fortgenommen hat. Fortan versucht Margaret, die Schwiegertochter mit allen Mitteln loszuwerden. Da kommen ihr sogar Terroristen sehr gelegen...
In seinen politisch nicht unumstrittenen Filmen gelingt es Youssef Chahine, arabische Traditionen und Sichtweisen mit sozialer Kritik zu verbinden, und dennoch populäres Kino zu gestalten. Häufig haben die Filme die Suche nach den Ursachen für die Probleme der modernen ägyptischen Gesellschaft zum Thema.
Mi.: 07.11.07 20.00 Uhr vhs Stuttgart Rotebühlplatz 28, Robert-Bosch-Saal
El Medina – La Ville
Frankreich/Ägypten 1999, Regie: Yousry Nasrallah, Sprache: arabisch/französich
Ali (Bassem Samra) ist der Sohn eines Gemüsehändlers und lebt in Kairo. Sein Traum ist es, ein großer Schauspieler zu werden. Nach der Zerstörung des Marktes von Rod El-Farag, auf dem er als Buchhalter gearbeitet hat, verlässt er seine Familie, Freunde, Arbeit und Liebe, um allein nach Frankreich zu gehen. Er findet sich wieder in Ménilmontant, einem Quartier von Paris. Als illegaler Einwanderer muss er sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen. Er beginnt zu boxen. Doch obwohl er begabt ist, wird seine Karriere schon bald durch minipulierte Wetten und gezinkte Kämpfe gefährdet, die ihn zum ewigen Verlierer machen.
Im Mittelpunkt des Films, der etliche Auszeichnungen einheimste, steht eine für arabische Verhältnisse ungewöhnlich offenherzige Reflexion über eine Reihe existenzieller Fragen, wie die Toleranz gegenüber Anderen, die Definition von Geschlechterrollen und die Position des Künstlers in traditionsverbundenen Gesellschaften.
Mi.: 09.01.08, 20.00 Uhr vhs Stuttgart Rotebühlplatz 28, Robert-Bosch-Saal
Artikel zuletzt geändert am: Mittwoch, 19. September 2007 12:11
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