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Afrika-Filme bei den 22. Französischen Filmtagen Tübingen-Stuttgart 2005

Drei von EZEF unterstützte Afrika-Filme im Programm der 22. Französische Filmtage Tübingen-Stuttgart: „Moolaade“ aus Senegal, „Mahaleo“ aus Madagaskar und „Das koloniale Missverständnis“ aus Kamerun

Im Rahmen des Afrika-Schwerpunkt der diesjährigen 22. Französischen Filmtage Tübingen-Stuttgart (26.Okt. - 2.Nov. 2005) werden drei von EZEF/EED geförderte Filme gezeigt.

„Mahaleo“ von Raymond Rajaonarivelo und Cesar Paes:
Der in Frankreich bereits erfolgreich im Kino angelaufene Dokumentarfilm „Mahaleo“ portraitiert die Musiker der gleichnamigen Gruppe. Die Band Mahaleo formierte sich während eines Streiks am Vorabend der Revolution in Madagaskar. Ihre kritischen Lieder begleiten und reflektieren seit dieser Zeit den Gang der Ereignisse auf der im Indischen Ozean gelegenen Insel und ihre populäre Musik prägt seit dreißig Jahren Bewusstsein und Leben in Madagaskar. "Mahaleo" bedeutet in der Sprache der Madagassen Freiheit und Unabhängigkeit.

Mahaleo“ wird in Tübingen am Donnerstag, 27. Oktober 2005, um 17.00 Uhr im Kino Atelier und am Freitag, zusammen mit zwei anderen madagassischen Spielfilm um 22.00 (Atelier) gezeigt. Als Gäste sind die beiden Regisseure sowie die Produzentin Marie-Clemence Paes anwesend.

Mit dem ebenfalls von EZEF in der Produktion unterstützten Spielfilm „Moolaade“ vollendet der berühmte senegalesische Regisseur und „Vater des afrikanischen Kinos“ Ousmane Sembène seine Trilogie, die er dem Mut im Alltag gewidmet hat. Nach „Guelwaar“ und „Faat Kiné“ setzt sich Sembène in „Moolaade“ mit dem Problem der Beschneidung von Mädchen auseinander:
Am Vorabend des Festes zu ihrer Beschneidung laufen vier Mädchen von zu Hause weg und suchen und finden Schutz bei Colle Ardo Galo. Gegenüber den Eltern der Kinder, die ihre Rückkehr fordern, beruft sie sich dabei – sie wurde früher selbst beschnitten und leidet noch immer unter den Folgen – auf ein traditionelles Schutzrecht, das mit unserem Asyl vergleichbar ist und Moolaade genannt wird.
Wieder einmal greift Sembène listig auf die Tradition zurück, um einer anderen, schlechten Tradition ein Ende zu bereiten.

Moolaade“ läuft in Tübingen erstmals am Samstag, 29. Oktober 2005, um 17.30 Uhr im Kino Atelier

„Moolaade“, der bei seiner Premiere beim Festival von Cannes mit dem Preis "Un certain regard" und von der Ökumenischen Jury mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet wurde, hatte seine Deutschlandpremiere beim gerade zu Ende gegangenen Filmfestival der Menschenrechte in Tübingen. Neue Visionen bringt den Film 2006 in die deutschen Kinos. Geplanter Kinostart ist Februar oder März 2006.

Ein Anlass für den neuen Dokumentarfilm von Jean-Marie Téno, Das koloniale Missverständnis (Le Malentendu Colonial) war eine vom EZEF veranstaltete Filmtournee. Die Auftaktveran-staltung mit seinem Film „Ferien in der Heimat“ fand im Rahmen des Kamerun-Schwerpunktes bei den Französischen Filmtagen im Jahr 2000 statt und führte Téno dann auch nach Wuppertal, wo er auf das Thema seines neues Filmes stieß.
Auf den Spuren der Missionare reist Téno von Wuppertal über Südafrika, Namibia, Kamerun und Togo wieder zurück nach Wuppertal, um dort die Geschichte der „Rheinischen Missionsgesell-schaft“ zu erkunden. 1828 mit der hehren Absicht gegründet, die christliche Botschaft zu ver-breiten, war sie schon nach kurzer Zeit aktiv in die koloniale Unterwerfung Afrikas verstrickt:
„Die Flinte und die Bibel müssen hier miteinander wirken.“
Tenos Film rekonstruiert die Wechselwirkungen zwischen christlichem ‚Ethos', kaufmännisch-kolonialen Interessen und den traumatischen Erlebnissen der Missionierten; thematisiert aber auch die aktuelle Position der afrikanischen Kirchen und deren politisches Engagement.

Das koloniale Missverständnis“ wird in Tübingen am Sonntag, 30. Oktober 2005, um 22.00 Uhr im Museum 2 gezeigt; zu Gast ist die Produzentin Bärbel Mauch


Weitere Auskünfte erhalten Sie bei EZEF bzw. unter
http://www.filmtage-tuebingen.de/fft/index.htm
Auf der Homepage der Filmtage finden Sie auch die weiteren Spieltermine


Stuttgart, den 24.10.2005


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