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für entwicklungsbezogene Filmarbeit



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EZEF beim CineLatino 2005

Film und Lesung von und mit Peter Overbeck in Zusammenarbeit mit CineLatino 05
Film     „Sie zerstörten unsere Häuser und pflanzten Zuckerrohr“
»Pro Alcool« – hinter diesem Programm der brasilianischen Regierung verbirgt sich die Umwandlung riesiger Gebiete, die ursprünglich von Kleinbauern mit Grundnahrungsmitteln bebaut wurden, in Anbauflächen für Zuckerrohr für die Erzeugung von Benzin. Der Film ist ein authentisches Zeugnis der Situation der TagelöhnerInnen, die im Akkord Zuckerrohr für die Agro-Großkonzerne schneiden und sich gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen wehren. Im Anschluss an den Film liest Peter Overbeck Passagen aus seiner Autobiographie
Lesung   „Gott ist Brasilianer – Erlebnisse eines Kameramannes“, erschienen bei der Edition Nautilus

Stuttgart am Samstag, 23.4., 18:00 h, Kommunales Kino
Tübingen am Sonntag, 24.4., 16:00 h, Kino Arsenal

Kartenvorbestellung Stuttgart ab 10.00 h unter Tel. 0711-30 58 91 60
Kartenvorbestellung Tübingen ab 16.00 h unter Tel. 07071-2 33 55

 

Memoria del saqueo
Chronik einer Plünderung

In Memoria del saqueo hat Fernando Solanas ein Protokoll der zwei Jahrzehnte dauernden sozioökonomischen und politischen Entwicklung verfasst, die zur schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte Argentiniens geführt hat. Im Zentrum der Kritik stehen die Folgen von neoliberaler Politik und Globalisierung. Archivmaterial und eigens gedrehte Bilder sind zu einem reflexiven Filmessay montiert. Solanas thematisiert durch zahlreiche Interviews mit Experten und Menschen auf der Straße Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder. Er setzt bei den Volksaufständen in Argentinien vom Dezember 2001 an, um auf die Geschichte zurückzublenden, die das reiche Land ruiniert hat, und um aufzuzeigen, wie die Welt jener Globalisierer funktioniert, die einzig an der kurzfristigen Gewinnmaximierung interessiert sind.
»Die Tragödie, die wir mit dem Scheitern der neoliberalen Politik erleben, hat mich dazu bewogen, wieder an den Ursprung meiner filmischen Tätigkeit zurückzukehren. Vor über vierzig Jahren setzte ich meine Suche nach politischer und filmischer Identität und das Bedürfnis, gegen die Diktatur anzukämpfen, im Film La hora de los hornos (Die Stunde der Hochöfen) um. Die Situation hat sich in der Zwischenzeit verändert – zum Schlechten: Wie ist es gekommen, dass Argentinien, diese ,Kornkammer der Welt’, Hunger leiden muss?« (Fernando E. Solanas)

Fernando E. Solanas, 1936 in Buenos Aires geboren, erregte Aufsehen mit La hora de los hornos (1967), der zu einem der Schlüsselfilme des neuen lateinamerikanischen Kinos wurde. Die nächsten Filme entstehen im Pariser Exil. Nach der Rückkehr setzt er mit den Filmen El Sur (1988), El Viaje (1992) und La Nube (1998) seine filmisch-politische Auseinandersetzung fort. Als Parteigründer und Parlamentsabgeordneter überlebt er mit Glück ein Attentat und wendet sich wieder dem Kino zu: »Ich musste feststellen, dass ich mit meinen Filmen mehr erreichen kann als in der Politik.« Memoria del saqueo hatte im Rahmen der Berlinale 2004 seine Weltpremiere, das Lebenswerk Fernando Solanas wurde geehrt.

TÜ: Mo, 25.04., 18:30 h, Arsenal
F: Mi, 27.04., 18:00
h

Ein Dokumentarfilm von Fernando E. Solanas
Argentinien 2004, 118 Min, 35 mm, Farbe, Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Fernando E. Solanas
Drehbuch: Fernando E. Solanas
Schnitt: Juan C. Macías, Fernando E. Solanas
Kamera: Alejandro Fernández Mouján, Fernando E. Solanas
Musik: Gerardo Gandini
Darsteller: Yasel González Rivera, Gerald Thomas Collymore, Angel Rubio Espinoza, Pedro Garcia Sanchez, Rafael Ocana Creagh
Produktion: Thelma Film AG, Cinesur S.A., ADR Productions
Kinoverleih: Pegasos Filmverleih Ebertplatz 21  50668 Köln Tel. 0221-97266

¡Adelante muchachas!
Mädchenfussball in Honduras

Seydi und Wendy leben in Armenvierteln, die sich auf steinigen, trockenen Böden um die Stadt herum immer höher die Hügel entlang schlängeln. Es ist eines dieser Viertel, in denen Großteile der Jugendlichen mangels Arbeit, mangels Perspektiven, ihre im Überfluss vorhandene Freizeit in Jugendbanden verbringen und in denen die tägliche Gewalt schon längst jegliche Skrupel zu Grabe getragen hat. Beide spielen Fußball im Team von Compartir, einem Straßenkinderhilfsprojekt.
Bei Motagua Femenino spielen die beiden Mädchen Cristel und Kenia. Cristel kommt aus einer gutbürgerlichen Mittelschichtfamilie. Beide Eltern haben eine Anstellung, sie besuchte eine private, streng katholische Nonnenschule und studiert jetzt an der renommierten privaten Technischen Universität. Dann ist da noch Kenia, Tochter eines Baustoffhändlers, die nach ihrem Schulabschluss an einer der exklusiven
zweisprachigen Privatschulen auf ein Stipendium in den USA wartet. Der Film begleitet die vier Mädchen in ihre unterschiedlichen Lebensbereiche. Sie nehmen uns mit zu sich nach Hause und erzählen uns Geschichten, die sie bewegen. Sie zeigen uns ihre Schulen oder die Universität und die wenigen Plätze, wo sie mit ihren Freundinnen ihre Freizeit sicher verbringen können.
Dabei spielt für alle der Fußball eine zentrale Rolle. Frauen- und Mädchenfußball in Verbandsligen in Honduras ist völliges Neuland, das spüren die Trainerinnen und Trainer und die Vereine jeden Tag aufs Neue. Die Hindernisse sind hoch, Unterstützung ist kaum vorhanden. Kabinen und Toiletten gibt es bei den meisten Plätzen nicht. Und dann immer diese Anmache. Irgendwo kommt immer ein dummer Spruch der zahlreichen Machos her.

Erika Harzer, 1953 in Süddeutschland geboren, ist ausgebildete Verwaltungsfachkraft und Diplom-Sozialpädagogin. Längere Auslandsaufenthalte führten sie nach Nicaragua (1984–1987) und Honduras (1997–2002). Seit 1982 arbeitet sie bei diversen Filmprojekten mit, mal als Autorin, mal als Übersetzerin, mit der Kamera – oder eben als Regisseurin.

TÜ: So, 24.04., 18:30 h, Arsenal
S: Fr, 22.04., 19:30 h
S: Mo, 25.04., 18:00 h

Ein Dokumentarfilm von Erika Harzer
Honduras/Deutschland, 2004, 60 Min., Farbe, Video
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Erika Harzer
Kamera: Andres Papoušek, Erika Harzer
Schnitt: Lisa Friedrichsdorf, Erika Harzer
Musik: Guillermo Anderson, Kaszdro, Guayo, Karla Lara, Eduardo Cedeño
Produktion/Verleih: Erika Harzer Tel. +49 0179 148 77 30 E-mail
eharzer@web.de

 



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