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Filmland Argentinien - Februar bis September 2005

Veranstaltungsreihe in Stuttgart. Eine Kooperationsveranstaltung von EZEF, volkshochschule Stuttgart und Landesmedienzentrum

Argentinien befand sich 2001 am Rand des Abgrunds. In dem einst reichsten Staat Lateinamerikas hungerten Millionen. Die Hälfte der Bevölkerung war arbeitslos. Die meisten Argentinier standen überhaupt ohne Geld da, weil die Regierung die Bankkonten gesperrt hatte, damit die Währung nicht kollabierte. Millionen überlebten mit Hilfe des Naturalienhandels.

Vom Film sprach niemand. Das Schicksal vieler Produktionen war belanglos angesichts der allgemeinen Not. Heute scheint das Schlimmste bewältigt zu sein. Argentinien verfügt wieder über eine Regierung, die der Bevölkerung ein gewisses Vertrauen in ihre Handlungsfähigkeit vermittelt. Der Film reflektiert durch seine Fülle die neue Zuversicht und forscht in vielen Arbeiten nach den Gründen des Debakels. Das künstlerische Potenzial ist immens. Einen Ausschnitt aus diesen hervorragenden neuen Produktionen möchten wir ihnen mit unserer Filmreihe präsentieren.

 

 

 

Historia Minimas

Argentinien 2002

Regie: Carlos Sorin

Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

Tausende Kilometer südlich von Buenos Aires reisen drei Menschen auf den staubigen Strassen Süd-Patagoniens. Jeder für sich allein unterwegs, keiner weiss vom anderen. Im Lauf ihrer Reise aber kreuzen sich ihre Wege, und ebenso überschneiden sich die Geschichten von Don Carlos, dem alten Mann, heimlich ausgerissen von der fürsorglichen Bevormundung der Angehörigen und im festen Glauben, in der fernen Stadt seinen entlaufenen Hund wieder zu finden, von Roberto, einem Handlungsreisenden mit dem Plan, das Herz einer Frau mit Hilfe einer Torte zu gewinnen und von Maria, die in einer Game-Show ihren Gewinn abholen will – ein multifunktionales Küchengerät, das sie n ihren Haushalt ohne Stromversorgung jedoch nicht nützen wird können.

Mit viel Wärme und augenzwinkerndem Humor beobachtet der Regisseur Carlos Sorin drei unverwechselbare Charaktere in einem der abgelegensten Flecken der Erde.

„Der unendliche offene Himmel, die Klarheit des Lichts und die epische Weite der Landschaften verleihen dem Film beinahe heroische Grösse.“

Mittwoch, 2.3.05   20.00 Uhr

Treffpunkt Rotebühlplatz 28 Robert-Bosch-Saal S-Mitte

Euro 4,50

Euro 3,50 ermäßigt

Karten an der Abendkasse

 

 

 

Taxi – Eine Nacht in Buenos Aires
Taxi – un encuentro

Argentinien 2001
Regie: Gabriela DavidSpanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Esteban hat sich auf Taxidiebstähle spezialisiert. Eines Nachts bricht eine junge Frau mit einer schweren Schussverletzung in seinem gestohlenen Taxi zusammen. Esteban pflegt sie in seiner Wohnung, doch als ihr Zustand sich nicht bessert setzt er sie an einer Strassenecke ab und ruft den Notarzt. Nach ihrer Genesung macht sich die Frau auf die Suche nach dem Unbekannten. Eine scheinbar kleine, intime Geschichte, deren Vielschichtigkeit erst nach und nach sichtbar wird. Auch aufgrund der ausgefeilten Erzählstruktur voller Überraschungen und der atmosphärisch dichten Bilder gehört dieser Film zu den schönsten Neuentdeckungen aus Lateinamerika.

„Ein Plädoyer für Menschlichkeit und Solidarität im neonkalten Buenos Aires.“

Mittwoch, 6.4.05   20.00 Uhr

Treffpunkt Rotebühlplatz 28 Robert-Bosch-Saal S-Mitte

Euro 4,50

Euro 3,50 ermäßigt

Karten an der Abendkasse

 

 

 

Ein Glückstag – Un dia de suerte

Argentinien 2002

Regie: Sandra Gugliotta

Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

Tage des Glücks gibt es – angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Lage - wenige in Argentinien. Wie viele andere junge Menschen hält sich Elsa mit Gelegenheitsjobs über Wasser, und wie viele andere träumt sie davon, nach Italien zu gehen und dort das Glück zu finden. Doch auch Italien entpuppt sich nicht gerade als das Land der Träume. „Ein Glückstag“ ist das pulsierende Spielfilmdebut der jungen argentinischen Regisseurin Sandra Gugliotta, zugleich ein präzises Generationenporträt und eine engagierte Studie über ein Land mit politischen und sozialen Schwierigkeiten.

Der Film erhielt den Caligari-Preis als bester Film bei der Berlinale 2002.

Mittwoch, 1.6.05   20.00 Uhr

Treffpunkt Rotebühlplatz 28 Robert-Bosch-Saal S-Mitte

Euro 4,50

Euro 3,50 ermäßigt

Karten an der Abendkasse

 

 

 

Chronik einer Plünderung

Memoria del saqueo

Argentinien 2004

Regie: Fernando Solanas

Spanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

 

In „Chronik einer Plünderung“ hat Fernando Solanas ein Protokoll der zwei Jahrzehnte dauernden soziökonomischen und politischen Entwicklung verfasst, die zur schwersten Wirtschaftskrise in der Geschichte Argentiniens geführt hat. Im Zentrum der Kritik stehen die Folgen von neoliberaler Politik und Globalisierung. Mit Hilfe von Archivmaterial sowie zahlreichen Interviews mit Experten und Menschen auf der Strasse, thematisiert Solanas Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder. Er setzt bei den Volksaufständen in Argentinien vom Dezember 2001 an, um zurückzublenden auf die Geschichte, die das reiche Land ruiniert hat, und um aufzuzeigen, wie die Welt jener Globalisierer funktioniert, die einzig an der kurzfristigen Gewinnmaximierung für sich interessiert sind.

Der Film hatte im Rahmen der Berlinale 2004 seine Weltpremiere. Dort wurde das Lebenswerk des Regisseurs mit einem Goldenen Bären geehrt.

Mittwoch, 6.7.05   20.00 Uhr

Treffpunkt Rotebühlplatz 28 Robert-Bosch-Saal S-Mitte

Euro 4,50

Euro 3,50 ermäßigt

Karten an der Abendkasse



Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit
Kniebisstraße 29, 70188 Stuttgart
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