EZEF-News
"Faat Kiné" derzeit im Kino (Sommer 2004)
Faat Kiné Senegal 2000, 35mm, Spielfilm, 120 Minuten, Farbe, OmU Buch und Regie: Ousmane Sembène Mit: Venus Seye, Mama Ndoumbé Diop, Tabara Ndiaye, Awa Séne Sarr, Miriame Balde
Ausgezeichnet als Film des Monats der Jury der Evangelischen Filmarbeit
Zum Inhalt: Faat Kiné, eine 40jährige alleinerziehende Mutter, eine selbstbewußte, attraktive und wirtschaftlich erfolgreiche Geschäftsfrau, eröffnet ihre neue Tankstelle in Dakar. Am selben Tag bestehen ihre zwei Kinder die Abiturprüfung, Anlaß für Faat Kiné, über die Schwierigkeiten nachzudenken, die sie hatte, als sie die Kinder großzog. Als sie selbst kurz vor dem Abitur stand und sich ihre Schwangerschaft nicht länger verbergen ließ, wurde sie von der Schule verwiesen und von ihrem Vater verstoßen. Und der Vater ihrer Tochter Aby, einer ihrer Lehrer, ließ sie sitzen. Nachdem sie beruflich einigermassen Fuß gefasst hatte, wurde sie auch vom Vater ihres zweiten Kindes im Stich gelassen und noch dazu um ihre Ersparnisse gebracht. Es war ein harter und steiniger Weg, bis sie es zu einer eigenen Tankstelle gebracht hatte, und es gibt nicht wenige, die ihr – noch dazu als Frau – diesen Erfolg neiden. 1960 im Jahr der Unabhängigkeit geboren, personifizieren sich in Faat Kiné Schicksal die Schwierigkeiten und Hindernisse auf dem Weg zu wirklicher Unabhängigkeit. Trotz aller Entbehrungen und Demütigungen hat sie ihren eigenen Weg gefunden. Weder hat sie sich den Anforderungen überkommener Traditionen unterworfen, noch ist sie der Versuchung erlegen, sich dem Lebensstil einer neureichen Bourgeoisie mit ihrem hohlen Getue und überheblicher Protzerei anzupassen. So verkörpern Faat Kiné, ihre Mutter – der die Tradition noch viel gilt – und die Tocher Aby drei Etappen auf dem Weg in die Zukunft. Und die Abrechnung, die ihr Sohn Djib seinem uneingeladen bei der Abitur-Party aufkreuzenden Vater liefert, lässt nicht nur die Großmutter und Faat Kiné hoffen, daß auch Männer zu Veränderungen bereit und in der Lage sind.
Nach Guelwaar ist Faat Kiné der zweite Film einer Trilogie, die Sembène gerade mit Moolaade abgeschlossen hat. Seine drei letzten Spielfilme hat er dem Mut im Alltag gewidmet: „l’héroïsme au quotidien“.
„Eine Hommage an die Frauen Afrikas, die dem schwarzen Kontinent eine Zukunft ermöglichen“ Jury der Evangelischen Filmarbeit “Eine Sittenkomödie! Gibt ein Gefühl von Hoffnung für Afirkas Zukunft, das womöglich durch seine sturen Frauen gerettet wird!” – Jonathan Rosenbaum, FILM COMMENT „Faat Kiné feiert das neue Selbstbewusstsein der Frauen in einer traditionell von Männern beherrschten Gesellschaft.“ film –dienst „Sembene ist mit seinem Fim etwas viel Schöneres gelungen als Übergröße: Kino auf Augenhöhe“ Tagesspiegel „ein ebenso souveräner wie junger Film“ epd Film „Es zeichnet Faat Kiné aus, dass er seine wohl eher unbequeme Position mit viel Huor, Offenherzigkeit und erstaunlicher Beiläufigkeit vertritt.“ tip Berlin „ein prachtvoller, gelassen fließender und hochinteressanter Film“ Berliner Zeitung „In gelassenem Tempo und vielen kleinen Randgeschichten entfaltet sich das Panorama einer modernen senegalesischen Mittelschicht,die zwischen Neokolonialismus und altafrikanischem Patriarchat ihren Weg zu finden sucht.“ Berliner Zeitung „Afrika hat viele neue Geschichten zu erzählen und es erzählt sie auf hinreißende Art.“ Berliner Zeitung
Aktuelle Kinoeinsätze: 19.09. Black Box Düsseldorf - 1 Tag 23.09. Caligari Wiesbaden - 1 Tag 29.09. Kino im mon ami Weimar - 1 Tag 30.09. und 03.10. Studio Marburg - 07.-13.10. Kino Kiste Berlin
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