EZEF-News
„Moolaade“ und “Terre et Cendres“ in Cannes 2004
Zwei von EZEF unterstützte Filme beim Festival in Cannes 2004 – „Moolaade“ von Ousmane Sembène und “Terre et Cendres“ von Atiq Rahimi im Programm von Un Certain Regard
Mit dem von EZEF in der Produktion unterstützten Spielfilm „Moolaade“ vollendet der berühmte senegalesische Regisseur und „Vater des afrikanischen Kinos“ Ousmane Sembène seine Trilogie, die er dem Mut im Alltag gewidmet hat. Nach „Guelwaar“ und „Faat Kiné“ – derzeit in der Kino-Auswertung bei Neue Visionen – setzt sich Sembène in „Moolaade“ mit dem Problem der Beschneidung von Mädchen auseinander. Am Vorabend des Festes zu ihrer Beschneidung laufen vier Mädchen von zu Hause weg und suchen und finden Schutz bei Colle Ardo Galo. Gegenüber den Eltern der Kinder, die ihre Rückkehr fordern, beruft sie sich dabei – sie wurde früher selbst beschnitten und leidet noch immer unter den Folgen – auf ein traditionelles Schutzrecht, das mit unserem Asyl vergleichbar ist und Moolaade genannt wird.
Wieder einmal greift Sembène listig auf die Tradition zurück, um einer anderen, schlechten Tradition ein Ende zu bereiten.
„Moolaade“ wurde mit dem Preis "Un certain regard" in Cannes ausgezeichnet.
“Terre et Cendres“ (Erde und Asche) erzählt eine bittere Familiengeschichte aus einem vom Krieg geschundenen Afghanistan. Der Großvater macht sich mit seinem tauben Enkel auf den Weg zu seinem Sohn, einem Minenarbeiter, um ihm die Nachricht von der Bombardierung ihres Dorfes zu überbringen. Atiq Rahimi, der Afghanistan 1984 verlassen musste, weil er den Militärdienst verweigerte, lebt seitdem in Paris. Als einen der Gründe, die ihn sowohl zu seinem Roman als nun auch zu seiner Regiearbeit „Terre et Cendres“ motiviert haben, nannte Rahimi: „Dieser Roman stellt auch die Frage nach dem Krieg und der Notwendigkeit zu trauern, um endlich dieser Spirale der Gewalt und der Zerstörung zu entkommen.“ – Ein Ziel, das Rahimi mit diesem Film und einer Reihe anderer Kulturprojeke, die er in Afghanistan begonnen hat, weiter verfolgt. Finanziell gefördert wurden beide Filme durch das Programm Aktion, Bildung und Publizistik (ABP) des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED). Von Ousmane Sembène wurde auch bereits „Faat Kiné“ gefördert, der von EZEF im Herbst für die Bildungsarbeit herausgegeben wird. „Guelwaar“, der erste Film der Trilogie, kann bei EZEF entliehen werden.
Weitere Auskünfte erhalten Sie bei EZEF.
Stuttgart, den 25.5.2004
Artikel zuletzt geändert am: Freitag, 25. Juni 2004 10:14
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