EZEF-Arbeitshilfe
Kinderarbeit - Weg aus der Armut?
Nr. 162
KINDERARBEIT – WEG AUS DER ARMUT? Child Labour – The Other Side Ron McCullagh, Großbritannien 1997 12 Min., Farbe, Reportage, deutsche Fassung, VHS Video Verleih: EZEF, EMZ 2-19
Inhalt Im Juli 1995 hat der Verband der Textilindustrie Bangladeshs gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk UNICEF und der internationalen Arbeitsorganisation ILO eine Vereinbarung getroffen, dass Kinder unter 14 Jahren nicht mehr in der Textilindustrie arbeiten dürfen. Sie reagierte damit auf Drohungen aus den USA, die Einfuhr von Produkten aus Firmen, in denen Kinder arbeiten, zu verbieten. Dieses Verbot der Kinderarbeit wird streng kontrolliert und hat zur Folge, dass mehrere tausend Kinder nun wieder auf der Strasse stehen. Sie müssen sich einen anderen Job suchen und Geld fürs Überleben verdienen. Ihre Familien sind zu arm, um sie ernähren zu können. Im Vergleich zu ihrer Arbeit in der Kleiderproduktion müssen sie jetzt noch härter und für weniger Bezahlung arbeiten. Dies bestätigt ein Mädchen, das sich gegen ihren Willen als Dienstbotin verpflichten musste, um ihrer Familie das Überleben zu sichern. Sie hasst diese Arbeit und ihr sehnlichster Wunsch ist es, ein paar Bücher zu haben und sich selbst lesen und schreiben beizubringen. Aussagen wie diese haben in Bangladesh eine große Diskussion hervorgerufen. Der Kinderrechtsaktivist Afsan Chowdhury, versucht, sich um Kinder zu kümmern, die ihren Job in der Bekleidungsindustrie verloren haben. Aber es ist sehr schwierig, ihnen zu helfen. Die ganze Welt ist gegen sie, sie fühlen sich total ungerecht behandelt. Die gutgemeinten Entscheidungen und Gesetzesanträge haben sie in eine schlimme Lage gebracht. Der Zorn der Kinder und ihrer Helfer hat etwas bewirkt. Die Textilindustrie Bangladeshs und internationale Hilfsorganisationen haben 318 Schulen für Kinder gegründet, die einst in den Kleiderfabriken gearbeitet haben. Dort werden die Kinder unterrichtet und erhalten sieben Dollar pro Monat Entschädigung für den Lohnausfall. Sieben Dollar entsprechen aber nur der Hälfte dessen, was sie vorher verdient haben. Die Kinder gehen zwar jetzt in die Schule, aber viele von ihnen arbeiten am Nachmittag weiter als Haushilfen, Schuhputzer/innen oder PlantagenarbeiterInnen. Für die MitarbeiterInnen der Kinderhilfsorganisation UNICEF, die den amerikanischen Gesetzesantrag von Anfang an mit unterstützt haben, ist die Entwicklung in Bangladesh eine ernüchternde Erfahrung. Nach Meinung von Waheed Hassan von UNICEF Bangladesh bringt es nichts, die Kinder aus den Firmen zu nehmen, solange man ihnen keine Alternative anbieten kann. Die Kinder, die noch in dem Bereich arbeiten, sollen also so lange dort bleiben, bis sie in Schulen untergebracht werden können. Mohammed Saluddin, Besitzer einer Batteriefabrik, versteht zwar die Aufregung über Kinderarbeit und die Empörung der westlichen Welt. Aber er meint auch, was für den Westen gut und richtig ist, müsse noch lange nicht gut und richtig für Bangladesh sein. Die meisten Eltern hier wollen nicht, dass ihre Kinder hart arbeiten müssen, doch die Lebensumstände zwingen sie dazu. Und so arbeiten auch in seiner Fabrik Kinder als geschickte und billige Arbeitskräfte unter schwierigsten Bedingungen. Titu ist vierzehn Jahre alt und arbeitet seit seinem sechsten Lebensjahr. Pro Woche verdient er bloß sieben Dollar. Er will arbeiten und seiner Familie helfen und ihr nicht zur Last fallen. Selbstmitleid kennt er nicht. Seine Mutter will eigentlich nicht, dass ihre Kinder arbeiten. Es schmerzt sie, die Kinder arbeiten zu sehen, aber die Armut zwingt sie dazu, dies zuzulassen. Theoretisch könnten Titu und sein Bruder die staatliche Schule besuchen, ohne dafür zu bezahlen. Doch die Schuluniformen und die Bücher, die man selbst kaufen muss, sind zu teuer. Und außerdem brauchen Titus Mutter und seine Geschwister auch seinen Lohn, um sich über Wasser halten zu können. Doch Titu und sein Bruder, die in der Ausbildung einen Weg aus ihrer Misere sehen, lassen sich jeden Tag nach der Arbeit von einem Privatlehrer unterrichten. Die Hälfte ihres Lohnes geht dafür drauf. Die Kinderrechtsorganisationen gelangen immer mehr zur Überzeugung, dass die Armut und Aussichtslosigkeit für die Kinder noch zunimmt, wenn sie nicht arbeiten. Waheed Hassan kommt zum Schluss, dass es wahrscheinlich notwendig sei, Kinderarbeit in gewisser Weise zu akzeptieren. So lange die Arbeit nicht ihre Gesundheit und Psyche direkt gefährde. Es sei sehr problematisch, das zu sagen, aber so seien die Fakten. Alleine um 6,3 Millionen arbeitenden Kindern 7 Dollar pro Monat Unterstützung zukommen zu lassen, wären 44 Millionen Dollar pro Monat notwendig – und das ist zu viel für ein Land wie Bangladesh. Boykotte und Handelssanktionen ohne Begleitmaßnahmen helfen diesen Kindern also nicht. Die einzige Hoffnung für die arbeitenden Kinder ist, dass andere Staaten auch bereit sind, finanzielle und organisatorische Hilfe zu leisten.
Kritik Der vorliegende Kurzfilm ist von der Machart her eine konventionell gemachte TV-Reportage mit viel Kommentar. Durch die zahlreichen Eigenaussagen der Kinder, Fabrikbesitzer und UNICEF-Verantwortlichen vermag sie trotzdem Betroffenheit auszulösen. Die geschilderten Schicksale der arbeitenden Mädchen und Knaben lässt nicht unberührt. Dass hier ein aktuelles Thema behandelt wird, ist unbestritten. Nach wie vor arbeiten nicht nur in Bangladesh Zehntausende von Kindern unter extremsten Bedingungen in Textilfabriken, Ziegeleien, Teppichwerkstätten etc., um so ihren Familien das Überleben zu sichern. Der Film prangert denn auch diese Missstände an und zeigt an konkreten Schicksalen, was dies für die Betroffenen bedeutet. Zudem bringt er eine zusätzliche Dimension in die Diskussion über Kinderarbeit und deren Verbot mit der Frage, wann ein solches Verbot wirklich sinnvoll ist und welche Rahmenbedingungen dabei erfüllt sein müssen. Er weist damit auf einen zentralen Punkt hin: Falls es Lösungsmodelle für die Zukunft geben soll, muss den Kindern und ihren Familien eine echte Alternative angeboten werden. Die 12-minütige Reportage eignet sich gut als Anspielfilm zum Thema Kinderarbeit in Schulklassen, entwicklungspolitisch interessierten Gruppen oder an Diskussionsveranstaltungen. Sie erlaubt, den Bezug zur Arbeitssituation bei uns herzustellen und gibt Anstöße zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema. Am Beispiel eines Landes wie Bangladesh fällt es leichter, sich Gedanken über den Stellenwert der Arbeit und deren ökonomische und ethische Aspekte bei uns zu machen. Angesichts der immer noch herrschenden Arbeitslosigkeit und der zahlreichen Stellensuchenden in Nord und Süd ist eine Diskussion um neue Arbeitsmodelle mehr denn je gefragt.
Hintergrund Weltweit arbeiten 250 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren unter Bedingungen, die ihre Gesundheit schädigen und ihnen keine Zeit für den Besuch der Schule lassen. Kinderarbeit gibt es in allen Ländern der Erde. Die regionale Verteilung ist jedoch unterschiedlich. Von den 5 - 14-jährigen arbeiten 153 Mio. (61%) in Asien, 17,5 Mio. (7%) in Lateinamerika und 80 Mio. (32%) in Afrika. Diese Zahlen beruhen auf Schätzungen. Denn die Mehrzahl der Kinder arbeitet nicht in Vertragsverhältnissen, sondern in Familienwerkstätten, in der Landwirtschaft oder im sogenannten informellen Sektor auf der Strasse oder als Dienstboten. Die meisten der Kinder erhalten keine Bezahlung. Nur ein relativ geringer Anteil arbeitet in der Exportindustrie.
Kinderarbeit und Armut In vielen Ländern können Bauernfamilien auf dem Land kaum oder gar nicht mehr überleben. In der Regel müssen alle Familienmitglieder – also auch die Kinder – auf Plantagen, Farmen und in der Subsistenzwirtschaft mithelfen. Die Armut auf dem Lande führt dazu, dass viele Familien in die Stadt abwandern. Auch dort müssen viele Kinder auf der Strasse oder in Gewerbebetrieben arbeiten, damit die Familien überleben können. Weltweit leben über eine Milliarde Menschen unter der Armutsgrenze. Kinderarbeit widerspiegelt generell die soziale Kluft zwischen arm und reich in Entwicklungs-, aber auch in Industrieländern.
Internationale Verantwortung Armut und schlechte Bildungschancen der Menschen in den Entwicklungsländern haben auch eine internationale Seite. Die Verschuldungskrise und die Strukturanpassungsprogramme des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank haben dazu beigetragen, dass die Ausgaben für Bildung, Gesundheit und andere soziale Dienstleistungen gekürzt wurden. Dadurch hat sich die soziale Lage vieler Familien verschlechtert.
Lösungsansätze Ein komplexes Phänomen wie Kinderarbeit kann nicht von heute auf morgen abgeschafft werden. Soziale und wirtschaftliche Ursachen wie Armut oder rücksichtsloses Gewinnstreben verschwinden nicht einfach. Deshalb ist es wichtig, politische Prozesse einzuleiten, die zur Abschaffung von Kinderarbeit führen: Reformen der Arbeitsgesetzgebung, Arbeitsinspektionen, eine armutsorientierte Gesundheits- und Bildungspolitik sowie Einkommen schaffende Maßnahmen für Familien.
Die UNICEF-Agenda gegen Kinderausbeutung fordert: · Abschaffung von extremen Formen der Ausbeutung von Kindern, wie Sklaverei, Schuldknechtschaft und Prostitution. · Bildungsangebote, die eine positive Alternative zur Arbeit bieten. · Gemeinsame Aktionen von Regierungen, Unternehmerverbänden und Gewerkschaften zur Überwindung von Kinderarbeit. · Bereitstellung von Entwicklungshilfe für Programme gegen Kinderarbeit durch Industrieländer.
Was Kinder (in Lateinamerika) über ihre Arbeit denken (Zusammenfassung aus: Manfred Liebel: Kinderrechte und soziale Bewegungen arbeitender Kinder. In: Christel Adick (s.u.), S. 251 – 272).
Negative Kommentare Die arbeitenden Kinder sehen sich nicht respektiert als Personen, die eine Verantwortung übernehmen und wirtschaftlich zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen. Sie kritisieren, dass die Erwachsenen ihren Beitrag geringschätzen und den Wert ihrer Arbeit nicht anerkennen. Hauptsächlich die Kinder, die auf der Strasse arbeiten, klagen die Gewalt an. Die Mädchen hauptsächlich kritisieren Aggression und sexuellen Missbrauch, nicht nur auf der Strasse, sondern auch bei sich zu Hause. Die Kinder kritisieren vor allem Unfallgefahren, Schmerz, Müdigkeit und dass sie infolgedessen oft krank werden und die Schule nicht besuchen können. Im allgemeinen zeigen sich die arbeitenden Kinder besorgt darüber, dass die Erwachsenen für ihre spezifischen Bedürfnisse bei der Arbeit nicht genügend Verständnis haben, vor allem keine Rücksicht auf ihre physische Integrität und Gesundheit nehmen. Übereinstimmend kritisieren die Kinder extrem lange Arbeitszeiten, die ihnen nicht genug Zeit lassen, um zu studieren, sich zu erholen, zu spielen und zu bummeln. Auf dem Land arbeiten sie zwischen 10 und 14 Stunden täglich, länger als die meisten Kinder auf den Strassen der Städte. Die Kinder kritisieren einerseits, dass sie schlecht oder gar nicht bezahlt werden, oder sie für ihre Arbeit weniger bekommen als die Erwachsenen, andererseits bezieht sich die Kritik auf Eltern und Erwachsene, die den Kindern das Geld wegnehmen, das sie verdienen. Fast alle Kinder wollen ihren Eltern helfen und sind bereit, ihnen das verdiente Geld zu geben oder es mit ihnen zu teilen, aber sie wollen darüber selbst entscheiden. Aufgrund der knappen Ressourcen oder der Erwerbslosigkeit ihrer Eltern sehen sie die Notwendigkeit und sind bereit, zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen, aber sie wollen selbst entscheiden, ob und wie sie arbeiten. Fast alle arbeitenden Kinder betrachten es auch als eine Freiheitsbeschränkung und Diskriminierung, dass die Arbeit von Kindern gesetzlich verboten ist.
Positive Kommentare Die Kinder wissen, dass sie aus Notwendigkeit arbeiten, und dass Geld erforderlich ist, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen (Wohnen, Essen, Gesundheit, Schutz vor Krankheiten, Schulbesuche). Wer nur die Gefahren und negativen Folgen der Kinderarbeit für Bildung und Gesundheit wahrnimmt, wägt nicht den Preis ab, den die Kinder bezahlen müssen, wenn sie nicht arbeiten würden. Sie selbst sagen, «wenn wir nicht arbeiten würden, blieben wir Analphabeten, müssten wir in Unterhosen leben, im Elend verkommen und vor Hunger sterben.» Die Kinder bemerken, dass ihre Arbeit ihnen mehr soziales Gewicht verleiht. Obwohl sie in vielen Fällen ihre Arbeit nicht anerkannt sehen, spüren sie, dass sie etwas Nützliches und Unverzichtbares für ihre Familie und die Gesellschaft machen. Den Kindern gefällt es, ihren Familien zu helfen. Die Solidarität in der Familie ist ein Wert, der in ihrem Denken einen hohen Stellenwert besitzt. Die Kinder sehen in ihrer Arbeit nicht einfach eine Last oder eine Notwendigkeit, sondern auch eine Gelegenheit, um etwas zu lernen. In der Stadt sind es vor allem die Arbeiten auf der Strasse, die den Kindern ermöglichen, einen größeren Grad von Unabhängigkeit zu erlangen, nicht nur in dem Sinne, dass sie über Geld verfügen können, sondern auch, dass sie Geschicklichkeiten und Fähigkeiten ausbilden, mit denen sie sich in schwierigen Situationen verteidigen können. Die Arbeit an öffentlichen Orten kann trotz der Gefahren, die sie mit sich bringt, soziale Räume eröffnen, die die Kinder an anderen für sie bestimmten Orten, wie Familie oder Schule nicht vorfinden. Auf der Strasse ist die Arbeit nicht völlig von Spiel und anderen «freien» Aktivitäten getrennt, was die Kinder veranlasst, ihre Arbeit als «dynamisch» und damit als attraktiv zu interpretieren.
Didaktische Anregungen Arbeitssituation der Kinder Titu und weitere Kinder werden im Film kurz vorgestellt; nach nochmaligem Anschauen der Bilder versuchen, ein Porträt eines Kindes zu verfassen und dabei möglichst genau ihre Arbeitssituation zu beschreiben. Fragen zum Gesehenen formulieren und diese je auf einen kleinen Zettel schreiben; die Zettel kommen in einen Topf und werden von den Schüler/innen nach dem Zufallsprinzip gezogen und – wenn möglich – beantwortet. Fragen und Antworten können dann an einer Pin-Wand nach Themen angeheftet werden. Einen Vergleich mit Kinderarbeit bei uns wagen und nachdenken, welche Arbeiten Kinder unter 16 Jahren hier überhaupt ausführen dürfen. Wie steht es zum Beispiel mit der Entlohnung für Gelegenheits- oder Ferienjobs? Wie ist die Kinderarbeit bei uns geregelt, wer kontrolliert sie? In Geschichtsbüchern etc. Texte suchen, welche die Kinderarbeit in Europa im 19. oder anfangs 20. Jahrhundert beschreiben (siehe auch Literaturliste).
Schule und Bildung Titu und sein Bruder sehen in der Ausbildung einen Weg aus der Misere und möchten sehr gern zur Schule gehen; austauschen, wie es um unser eigenes Verhältnis zu Schule und Unterricht steht. Schuluniformen und Bücher für die staatliche Schule sind für viele Eltern in Bangladesh unerschwinglich. Zusammentragen, wie die Schule bei uns finanziert wird und was Eltern zusätzlich für die Ausbildung ihrer Kinder bezahlen müssen. Titu leistet sich von seinem verdienten Geld einen Privatlehrer; wie steht es mit Privatunterricht bei uns?
Wirtschaftliche Situation Gründe sammeln, weshalb die Eltern dort finanziell kaum ihren Alltag bestreiten können. Wie wirkt sich dies auf den Alltag der Menschen und ihre psychische Verfassung aus? Etwa 80 % der Bevölkerung von Bangladesh leiden unter der immer noch vorhandenen Armut, das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt rund 200 US$; sich informieren, wie es mit den Einkommensverhältnissen und der Armut bei uns steht.
Kinder wehren sich Eine Geschichte erfinden, in der sich Kinder wie Titu zusammenschließen und sich zu wehren beginnen. Sich eine eigene Meinung zur Frage nach einem Verbot der Kinderarbeit bilden und diese im Plenum mit möglichst guten Argumenten vertreten; man könnte dabei in Rollen schlüpfen wie etwa diejenige der arbeitenden Kinder, ihrer Eltern, der UNICEF-Vertreter/innen oder der Fabrikbesitzer. Einen Informationstag zum Thema Kinderarbeit an der Schule organisieren.
Internationale Hilfe Mehrmals wird im Film das Kinderhilfswerk UNICEF genannt; weitere Informationen dazu suchen (siehe auch Adressenliste) und ein kleines Porträt dazu anfertigen. Versuchen, weitere uns bekannte Kinderhilfsorganisationen - und Einrichtungen aufzuzählen und Informationen über deren Tätigkeiten sammeln. Dazu auch im Internet recherchieren.
Globale Zusammenhänge Den eigenen Kleiderschrank analysieren und versuchen herauszufinden, wo die Klei-dungsstücke herkommen und ob sie unter anderem mit Kinderarbeit hergestellt wurden (Nachfrage in Geschäften, direkt bei Kleiderfirmen oder über die Homepage auf Internet von Firmen wie H&M, Benneton, Levis etc.). Sich über die Clean Clothes Campaign (Kampagne Saubere) Kleidung der Hilfswerke informieren (Internet: www.saubere-kleidung.de/) und herausfinden, inwiefern diese sich für die Rechte der Kinder einsetzt.
Arbeit neu denken Unser eigenes Verhältnis zur Arbeit als Schüler/in oder Erwachsene überdenken; welchen Stellenwert hat sie für die Kinder in Bangladesh, welchen für uns selber? Interviews mit Jugendlichen, die eine Lehre absolvieren, machen und recherchieren, wie sie ihre Arbeitssituation sehen; was würden sie anders gestalten? Die eigenen Wünsche betreffend Arbeit für die Zukunft formulieren.
Weiterführende Literatur Umsonst geht nur die Sonne auf. Unterrichtseinheit zum Buch (Thema Kinderarbeit in Nord und Süd, früher und heute), Elisabeth Katzer, Verlag an der Ruhr, 1995 Zur Situation der Kinder in der Welt. Das Recht auf Bildung. UNICEF, Fischer, 1999, 239 Seiten Zum Beispiel Kinderarbeit. U. Pollmann, Lamuv, 1988, 128 Seiten Kinderarbeit. Posterserie der AG Hilfswerke, 1999, 10 Bilder Format A3, mit kurzem Text zu jedem Bild Straßenkinder und Kinderarbeit. Christel Adick (Hrsg.), Frankfurt 1997 Meine Klamotten: so cool! so global! so clean!. Faltblatt für Schüler/innen mit Begleitblatt für Lehrer/innen, AG Hilfswerke 1999
Adressen Unicef Deutschland, Tel.: 0221-93 65 00, E-Mail: mail@unicef.de, www.unicef.de Global March, Tel.: 06221-72 02 96, www.globalmarch.de terre des hommes Deutschland, Tel.: 0541-70 72 33, E-mail: terre@t-online.de, www.tdh.de Brot für die Welt, Stafflenbergstr. 76, 70184 Stuttgart, Tel.: 0711-21 59-0
Medienhinweise LE MÉTIS – STRASSENKINDER IN BURUNDI J. Bitamba, Burundi 1996, 28 Min., DVD Kinderwelt Weltkinder, ab 14 Jahren, Verleih: EMZ 2-19, Vertrieb: EZEF
WIR KINDER VON MANILA Skizzen vom Babystrich Johannes Schäfer, Deutschland 1993 37 Min. (Kurzfassung), Dokumentarfilm, f., Video VHS Verleih: EZEF, EMZ 1-8, 10-19
EINMAL IM LEBEN INS KINO Alice Schmid, Schweiz 1999, 26 Min.. f., Dokudrama, Video VHS Verleih: EZEF, EMZ 1-19
DAS MODEL UND DIE ARMEN Bibi Russell – Der Engel von Bangladesch Cristina Ferro-Seitz, Deutschland 1999 29 Min, f., Dokumentarfilm, Video VHS Verleih: Video: EMZ 2-19
BALLJUNGS – WOHER KOMMEN UNSERE FUSSBÄLLE Svea Andersson und Anke Möller; Deutschland 1999 Dokumentarfilm, 28 Min., VHS Verleih: Video: EMZ 2-19
BITTER ORANGE Frederico Füllgraf, Brasilien 1997 29 Min., f. u. s/w, Dokumentarfilm, dt. Fassung, Video VHS Verleih: EZEF, EMZ 1-19
EIN TREFFEN KLEINER MÄNNER Gruppe Chaski, Peru 1987 10 Min., f., Dokumentarfilm Verleih 16mm: EZEF, EMZ 1-5, 7, 8-13 Verleih Video: EZEF, EMZ 1, 2, 4, 6, 7, 11-15
Peter Meier Juni 1999
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