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Preise für "Poupées d'Argile" beim Filmfest in Innsbruck

Am Sonntag, den 22. Juni ging das 12. Internationale Film Festival Innsbruck zu Ende – und hatte einen Gewinner: "Poupées d’Argile" (ARAÏS AL-TEÏN) von Nouri Bouzid.
Die Jury (Andrea Maria Dusl – A, Karl Saurer – CH, Idrissou Mora Kpai – BENIN, Eduardo del Llano Rodriguez – KUBA, Paulo Roberto de Carvalho – BRA) hatte sich nach ausgiebig-kritischem Film-Marathon, für den Gewinner des Internationalen Wettbewerbes – und damit des Filmpreises des Landes Tirol (5.000 Euro) – entschieden, und zwar für

ARAÏS AL-TEÏN
("Poupées d’Argile/Puppen aus Ton", Regie: Nouri Bouzid, Tunesien/Frankreich/Marokko 2002). Produktionsförderung von EZEF

Die Begründung, ausgesprochen vom Jurypräsidenten Karl Saurer:
"Nouri Bouzids berührendes Porträt vom Leben dreier Verlorener überzeugt dramaturgisch und emotional. Die Authentizität der Charaktere, der souveräne Umgang mit Licht und Farbe, die einfühlsame Regie und vor allem das großartige Spiel der drei Hauptdarsteller zeichnen ein universelles Bild vom Großstadt-Alltag im Maghreb."

ARAÏS AL-TEÏN wusste zu überzeugen, auch die Publikumsjury (Preis der Stadt Innsbruck, dotiert mit 1.000 Euro) favorisierte den Film.
Ebenso intensiv beschäftigte sich die Schülerjury mit dem Filmangebot – mit folgendem Ergebnis: Der Preis des Französischen Kulturinstituts Innsbruck anlässlich des 12. Internationalen Film Festivals in Innsbruck erging an – ARAÏS AL-TEÏN!
Die Begründung der Schülerjury für den Preis der Frankophonie:
Der Film schildert in realistischen Bildern nordafrikanischen Alltag. In der Hoffnung, ihren Kindern in der Stadt ein besseres Leben zu ermöglichen, werden Mädchen durch "Onkel" Oumane als Haushaltshilfen nach Tunis vermittelt. So kommt auch die etwa sechs Jahre alte Fedah in die Hauptstadt Tunesiens. Ihr Leidensweg, von der Trennung von ihrer Familie bis hin zum Verlust ihrer Kindheit und Vergangenheit, steht stellvertretend für die Schicksale vieler Kinder und Jugendlicher, die vom Land in die Stadt geschickt werden. Die einzige Verbindung Fedahs zu ihrem Dorf und ihrer Familie ist ein Stück Lehm. In eindrucksvollen Bildern gelingt es dem Regisseur die Verzweiflung, die Einsamkeit und die Sehnsucht darzustellen; bspw. wenn Fedah in einsamen Stunden aus Ton Puppen modelliert und sie wieder zerstört.
Resümee der Schülerjury:
Die tiefsinnige Filmrealität zeigt die innere Zerrissenheit mancher Protagonisten: Gefangen in Liebe, die sie sich nicht eingestehen wollen, und zwischen Arbeit und Menschlichkeit. Aber trotz aller Härte bemerkt man doch die Heimatverbundenheit des Regisseurs, welcher in seinem Werk Fragen stellt, aber keine Antworten gibt. Er zeichnet ein realistisches Leben, ohne es zu beschönigen.



Artikel zuletzt geändert am: Donnerstag, 25. September 2003 15:32


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