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Filmtipp: kinderwelt - weltkinder

von Bernd Wolpert, erschienen in: Südzeit 3/2002

kinderwelt - weltkinder - Kinderalltag in Afrika, Asien und Lateinamerika

Mit kinderwelt - weltkinder konnte auf der diesjährigen Worldidacta in Zürich erstmals eine DVD (Digital Versatile Disc) als multimediales Lehr- und Lernmittel zum globalen Lernen vorgestellt werden. Produziert und herausgegeben wurde sie in einem länderübergreifenden Kooperationsprojekt von BAOBAB, Wien, der Fachstelle Filme für eine Welt, Bern, und dem in Stuttgart ansässigen EZEF.
Insgesamt finden sich auf einer beidseitig beschriebenen Scheibe acht Filme, von einer jeweiligen Länge von 5 bis 52 Minuten. Die DVD bietet einen Video-Teil mit den Filmen, und einen DVD-ROM - der auch nochmals auf einer separaten CD-Rom zu finden ist - mit umfangreichem multimedialen Begleitmaterial zum Globalen Lernen.
Die Geschichten von gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen, die in Afrika, Asien oder Lateinamerika leben, bieten spannenden und umfangreichen Stoff für die schulische wie außerschulische Bildung. Die Filme können in Schulfächern wie Geografie, Lebenskunde/Religion, Geschichte, Wirtschaft, Musik oder Fremdsprachen aufgegriffen werden, aber sie können genausogut bei Projekttagen, Freizeiten oder einem Filmnachmittag eingesetzt werden. Das Thema Kinderalltag wird in vielen Facetten gespiegelt - so geht es um Kinderarbeit, und Kinderrechte, es geht um Strassenkinder und das Leben in Armut und unter schwierigen Bedingungen, es geht um die besondere Benachteiligung von Mädchen, aber es geht eben auch um all die positiven Aspekte, die das Leben mit Freunden, in der Familie oder bei abenteuerlichen Unternehmungen erst lebenswert und auch spannend machen. So geht es um Verantwortung und Freundschaft, um Entscheidungen, die auch schwierig sein können - und nicht zuletzt auch um die Schule.
Die Kinder um die es geht heißen Munna, Sili, Roger, Elena, Eric, Zezé, Soni, Dalal, Esmeralda und Osvaldo und sie leben in Indien, Senegal, Mexico, Philippinen, Burundi, Brasilien, Jemen, Peru und Mosambik.
Hier stichwortartige Kurz- bzw. eher Kürzestfassungen der einzelnen Filme:
Soleil, Soleil! ruft die zehnjährige Sili. Sie humpelt an Krücken durch Dakar und verkauft Zeitungen - trotz der Feindseligkeiten der Jungs. Im senegalesischen Kurzspielfilm „Die kleine Verkäuferin der Sonne“ geht es vor allem um den Mut der gehbehinderten Sili.
Munna putzt am Straßenrand von Bombay in Indien die Schuhe der Reichen. Beim Versuch, eine gefundene Brieftasche zurückzugeben, gerät der „ehrliche Finder“ in eine abenteuerliche Verfolgungsjagd ... („Lost and Found – die verlorene Brieftasche“, Indien 1995, 25 Min., Kurzspielfilm)
Wie das Hüpfspiel „Himmel und Hölle“ gleich in vier Ländern gespielt wird - in Indien, dem Jemen, Haiti und Peru - darum geht es in diesem Dokumentarfilm (CD 1999, 52 Min.). Vor allem aber geht es darum, daß sich Soni, Dalal und Esmeralda Gedanken über den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen machen und über ihre Zukunft, ihr Leben und ihre Träume sprechen.
In „Elena und Pancha“ ist zu beobachen, was Elena so alles unternimmt, um ihr Schweinchen Pancha zu retten. Sie läuft von zu Hause weg und trifft auf ihrer abenteuerlichen Reise viele interessante Menschen (BRD/Ecuador 1992, 26 Min., Dokumentarfilm).
„Die Scooterfahrer“ (BRD/Philippinen 1988, 15 Min., Dokumentarfilm) erzählt von Roger, der mit seiner Familie inmitten von Reisterassen in den Philippinen lebt. Sie nehmen ihre selbst gebauten Scooter mit in den weit entfernten Bergwald, beladen sie mit Brennholz und sausen dann in halsbrecherischer Fahrt damit zu Tal.
Der Dokumentarfilm „Le métis – Strassenkinder in Burundi“ (Frankreich/Burundi 1996, 28 Min.) erzählt von Eric und seinen Gefährten. Eric hat seine Eltern im Krieg verloren und lebt seitdem auf der Strasse. Er hält sich mit Gelegenheitsdiebstählen und Gelegenheitsarbeiten über Wasser. Ein beeindruckender Einblick in den Alltag der Strassenkinder von Bujumbura, der Hauptstadt Burundis.
„Zezé – Der Junge, die Topfdeckel und die Favela“ ist eine fröhliche und unbeschwerte Geschichte aus einem brasilianischen Armenviertel - ein Film, der ganz ohne Worte auskommt (Brasilien 1995, 5 Min., Kurzspielfilm). Zezé klaut zwei Pfannendeckel und rennt durch die ganze Favela. Er kommt gerade noch rechtzeitig für seinen Auftritt im improvisierten Kinderorchester ...
in „My City“ geht die Reise noch einmal nach Afrika, nach Mosambik. Hier führt uns Osvaldo auf eine Entdeckungsreise durch seine Heimatstadt Maputo. Er träumt von einer besseren Zukunft, aber noch ist diese nur ein Bild im Sand ... (Mosambik 1998, 10 Min., Dokumentarfilm)
Die DVD kann sowohl als kleine filmische Schatzkammer zum Abspielen der Filme, in digitaler Qualität und mit unterschiedlichen Sprachfassungen genutzt werden. Sie bietet auf ihrem DVD-ROM-Teil aber noch weit mehr: Hintergrundinformationen, fertige Vorschläge für Unterrichtseinheiten, praktische Vorschläge für die Unterrichtsgestaltung und Arbeitsblättern zum Ausdrucken ab PC oder Macintosh. Ergänzt werden diese Begleitmaterialien noch durch eine eigene Website:
www.filmeeinewelt.ch/dvd/kinder
Die DVD ist zwar primär für die Mittel- und Oberstufe (10-14 Jahre) konzipiert, einzelne Filme können jedoch auch mit jüngeren oder älteren Schüler/innen behandelt werden.
Weil die DVD kinderwelt - weltkinder viel Material zu einem sehr günstigen Preis bietet, ist sie auch vor allem dafür gedacht, daß LehrerInnen und Schulen die DVD kaufen. Weil sie soviel an Material bietet, daß sie immer wieder in verschiedenen Klassenstufen und zu verschiedenen Themen Einsatz finden kann, macht eine jeweilige Entleihe mit Rücktransport nur bedingt Sinn.
Die DVD ist auch dafür gedacht, in Schulbibliothen bzw. -mediotheken eingestellt zu werden, weil sie viel Material bietet für Projektunterricht, aber auch für die eigenständige Recherche von SchülerInnen.
Deshalb kann die DVD für Weltläden, Schulen, Gruppen, LehrerInnen und Institutionen mit dem Recht zur öffentlichen Vorführung im nichtgewerblichen Bereich (Ö-Rechte) zum Preis von Euro 40,-- und mit Verleihrecht (Ö+V-Rechte) für 70 Euro beim EZEF gekauft werden; auch Online-Bestellungen sind hier möglich.

Auszuleihen ist die DVD bei der Evangelischen Medienzentrale Württemberg, Stuttgart, Tel: 0711-222 76-67 (bis 70), Fax: 0711-222 76-65 sowie beim EPIZ, Reutlingen, Tel.: 07121-49 10 60


Bernd Wolpert / August 2002


Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit
Kniebisstraße 29, 70188 Stuttgart
Telefon: 0711 - 28 47 243, Fax: 0711 - 28 46 936
Mail: info@ezef.de

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