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Flame

Zimbabwe, Nambia, Frankreich 1996
16 mm, 90 Min., Spielfilm, OmU
Regie: Ingrid Sinclair
Buch: Ingrid Sinclair, Barbara Jago, PhilipRoberts,
Produktion: Black & White Film Co, Simon Bright u. Joel Phiri
Kamera: Joao Costa
Schnitt: Elisabeth Moulinier
Ton: Faozi Thabet, Mark Philips
Musik: Philip Roberts, Dick Chingaira, Keith Goddard,
Darsteller: Marian Kunonga (Flame/Florence), Ulla Mahaka (Liberty/Nyasha), Norman Madowo (Danger), Moise Matura (Che) u.a.

Gefördert vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland
 

Inhalt
1995, der Bürgerkrieg gegen das rhodesische Regime von Ian Smith liegt 15 Jahre zurück, treffen sich Florence und Nyasha. Seit dem Ende des Krieges haben sich die beiden Freundinnen nicht mehr gesehen. Nyasha arbeitet in Harare, Florence war nach dem Krieg in jenes Dorf zurückgekehrt, das die beiden Fünfzehnjährigen verlassen hatten, um am Kampf für die Unabhängigkeit des Landes teilzunehmen.
Aus der Gegenwart blendet der Film zurück in die Erinnerung der beiden Freundinnen: Heimlich bringen einige Dorfbewohner Essen zu den im Busch versteckten Soldaten der Guerilla. Dabei lernt Florence Comrade Danger kennen, einen der Anführer. Kurz darauf wird ihr Vater durch den Besitzer des örtlichen Ladens denunziert, weil er seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Zornig und ohnmächtigig muß Florence zusehen, wie ihr Vater verhaftet und abtransportiert wird. Er wird nicht mehr lebend ins Dorf zurückkehren. Voller Wut über diese Ungerechtigkeit überredet Florence ihre Freundin, abzuhauen und sich in Mozambique der Befreiungsarmee anzuschließen.
Als sich die beiden schließlich zu einem Rebellen-Camp im Busch durchgeschlagen haben, werden sie zunächst streng verhört, dann beginnt eine lange, harte und entbehrungsreiche Zeit der militärischen und politischen Ausbildung. Um die Familien zu Hause nicht zu gefährden, erhalten sie Decknamen: Florence nennt sich Flame, Nyasha Liberty.
Aus Flame wird eine erfolgreiche, mutige und harte Kämpferin; Liberty nutzt ihre Chance, nun endlich Zugang zu Bildungsmöglichkeiten zu haben. In der von Männern dominierten Befreiungsarmee müssen sie aber vor allem lernen, sich als Frauen durchzusetzen. Und als der Krieg dann endlich vorbei ist, müssen beide feststellen, daß die hart erkämpfte politische Unabhängigkeit des Landes und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen nur wenige jener Hoffnungen erfüllen werden, die sie damit verknüpft hatten.
Doch Resignation liegt ihnen fern. Die Wiederbegegnung nach all den Jahren bestärkt die beiden darin, den Kampf für ihre persönliche Freiheit weiterzuführen.

Ingrid Sinclair wurde 1948 in Großbritannien geboren. Nach dem Studium der Medizin und der Englischen Literatur in Bristol beginnt sie im Bereich der Filmproduktion zu arbeiten, sowohl in England wie auch im südlichen Afrika. 1988 übersiedelt sie nach Zimbabwe wo sie seither lebt und arbeitet.

Filmografie (Auswahl)
Harriet Vyse, 1983
Ends & Means, 1984
Corridors of Freedom, 1987
Limpopo Line, 1989
Bird from another World, 1992

Ingrid Sinclair zu Flame:
„Nahezu alle Ereignisse des Filmes basieren auf Vorfällen, die mir Ex-Kämpferinnen erzählt haben. Ursprünglich hatte ich einen Dokumentarfilm drehen wollen, aber damit stieß ich auf eine Grenze. Keine der interviewten Frauen war bereit, das vor einer Kamera zu wiederholen, was sie mir erzählt hatte. Sie fürchteten es könne gefährlich werden für ihren Job oder sonstwie. Mir zeigte dies, daß sie wußten, man würde sie der Lüge bezichtigen. Und genau dies geschah dann als wir den Film realisierten.“
„Den Kampf um die Unabhängigkeit Zimbabwes habe ich als Metapher für den Kampf für die persönliche Unabhängigkeit der Frauen benutzt. Sie zu erreichen ist schwierig, und einmal erreicht ist es sehr schwer, die damit verknüpften Hoffnungen einzulösen. Aber wenn du bereit bist, weiter zu kämpfen, kannst du diese Selbständigkeit behaupten. Ich denke, die Frauen die gekämpft haben, haben vieles erreicht, worüber andere nicht verfügen: ein starkes Verlangen nach Freiheit und Unabhängigkeit im Denken.“

Pressestimmen:
„ ein großer Tribut an alle afrikanischen Frauen, die für die Freiheit gekämpft haben.“ Ecrans d’Afriques
„... dieses Jahr der brisanteste Film aus Afrika“ The Guardian
„außergewöhnlich erfolgreich rund um den Globus.“ Mail and Guardian
„Die politische Kontroverse um Flame - der keinerlei Anspruch erhob ein politischer Film zu sein - löste eine wichtige Diskussion darum aus, wem Geschichte gehört, wie sie erzählt werden muß, und wer das Recht dazu hat, sie zu erzählen.“ Screen Africa

Auszeichnungen für Flame:
Southern African Film Festival, Harare:
Preis der OAU: bester Film
Preis der Jury: beste Regie und beste Darstellerin

Journées Cinématographiques de Carthage, Tunis:
Spezialpreis der Jury als bester Film

Amiens Film Festival:
Preis des Publikums als bester Film
Preis der Jury für die beste Darstellerin
Preis von OCIC als bester Film


Evangelisches Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit
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