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Gregorio und Juliana

(Anda, Corre, Vuela ...)

Peru 1995, Spielfilm, F., 90 Min.
35mm (Verleih EZEF: 16mm u. Video; Synchronversion)
Regie: Augusto Tamayo
Buch: José Watanabe
Kamera: Dany Gavidia
Schnitt: Gianfranco Annichini
Ton: Francisco Adrianzen
Darsteller: Marino León, Rosa Morffino
Produktion: Stefan Kaspar / Casablanca Films u. ZDF
Musik: Los Mojarras

Gregorio arbeitet bei einer Tankstelle und ist gerade bei dem Versuch gescheitert, die Aufnahmeprüfung für die Universität zu absolvieren. Juliana lebt mit einer Gruppe jüngerer Mädchen in einem Haus an der Steilküste Limas. Geld für ihren Lebensunterhalt verdienen sie sich mit dem Wiederverkauf von Blumen. Juliana bessert das gemeinsame Einkommen gelegentlich durch kleine Diebstähle auf. Sie träumt davon, das Land zu verlassen und in die USA zu emigrieren. Dort möchte sie leben und arbeiten. Dort scheint ihr alles besser zu sein.
Durch einen ‘sicheren Tip’ für einen lohnenden Überfall versucht Juliana an Geld und damit der Verwirklichung ihres Traumes etwas näher zu kommen. Es geht um die Einnahmen der Tankstelle, bei der Gregorio jobbt. Gregorio hat ihr beiläufig und unabsichtlich einen ‘verwertbaren’ Hinweis gegeben.
Doch den zwei Ganoven, die Juliana informiert hat, kommt ein Überfall des ‘Sendero Luminoso’ in die Quere. Die Guerilla-Organisation ‘Leuchtender Pfad’ bestraft den Tankstellenbesitzer, weil er nicht kooperiert und kein Schutzgeld bezahlt hat.
Er wird bei dem Überfall niedergeschossen, und die Tanksäulen werden mit einem Brandsatz in die Luft gejagt.
Bald geraten Gregorio und Juliana als dessen vermeintliche Komplizin in Verdacht und sie werden der Zusammenarbeit mit den Terroristen verdächtigt. Ihnen bleibt zunächst nur die Flucht. Der einzige Ausweg, den sie sehen, ist eine entlastende Aussage des Tankstellenbesitzers. Doch dieser liegt im Koma. Nur er könnte der Polizei bestätigen, daß Juliana unmittelbar vor dem Terroristen-Überfall versucht hat ihn vor einem möglichen Raubüberfall zu warnen...


Der Film ist die Vollendung einer Trilogie, die mit dem semidokumentarischen Film GREGORIO (1984) begonnen und mit dem schon stärker fiktional angelegten JULIANA (1988) fortgesetzt wurde. Beide Filme waren von der Grupo Chaski produziert, und sie waren sowohl im peruanischen Kino wie international große Erfolge.
Nachdem sich die Grupo Chaski anfangs der 90er Jahre aufgelöst hatte, griff
Stefan Kaspar, einer der Mitbegründer von Chaski, den ursprünglichen Plan einer Fortsetzung zu den beiden bisherigen Filmen wieder auf und konnte ihn in Zusammenarbeit mit dem ZDF dann auch realisieren.
Außer den beiden Hauptdarstellern, Marino León und Rosa Morffino, verkörpert auch Dany Gavidia, der Kameramann, ein Stück Kontinuität.
Auch wenn die Bedrohung durch den ‘Sendero Luminoso’ weitgehend verschwunden ist, so ist die politische und soziale Realität des Landes doch noch immer geprägt durch diese Zeit des ‘antisubversiven Kampfes’.
Wenig geändert hat sich jedoch an der Perspektivlosigkeit für die peruanischen Jugendlichen. Doch diese sind keineswegs bereit zu resignieren. Und so steht auch am Ende von GREGORIO UND JULIANA die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Als Trilogie bieten GREGORIO, JULIANA und ANDA, CORRE, VUELA die einzigartige Gelegenheit, sich intensiv mit dem Leben von Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen und sich mit der Realtität eines Landes der südlichen Hemisphäre auseinanderzusetzen.
Für Projekttage an Schulen oder vergleichbare Unternehmen sei zudem an Arend Agthes Dokumentation CAHSKI PERU erinnert. Der Film wurde gedreht als JULIANA Premiere in Lima hatte. Er beobachtet die Chaskis bei ihrer Arbeit, greift die sozialen Gegebenheiten auf, und er enthält u.a. auch ein Interview mit Rosa Morffino, das im Hinblick auf den neuen Film interessante Anknüpfungspunkte bietet.


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