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Lumumba - Tod des Propheten

Nr. 106


(LUMUMBA - LA MORT DU PROPHÈTE)
Raoul Peck, Haiti, Schweiz, BRD 1991
69 Min., Farbe und s/w, Dokumentarfilm
 

1. Inhalt
"In der Gegend von Katanga, erzählt man, nachts sei ein Riese gestürzt. Und das Wasser, das vom Himmel fällt, das Wasser, das aus den Gesichtern bricht, Wasser, das aus den Augen fließt, Wasser, das über die Ufer tobt, alles Wasser weint und schreit in dieser Nacht, in der der Tod das Gesicht eines Riesen hat." Mit diesem Text, zu Bildern aus einem winterlich, vorweihnachtlichen Brüssel, beginnt Raoul Pecks Film über Patrice Lumumba. Und damit ist schon Wichtiges über einen Film gesagt, der herkömmliche Erwartungen an einen Dokumentarfilm nicht erfüllt und übertrifft. Peck nimmt eindeutig Partei für seine Hauptperson, der er sowohl durch die Bezeichnung "Prophet" wie durch einige der Einstellungen messianische Züge verleiht. Es geht ihm auch nicht allein um die Rekonstruktion eines historischen Ereignisses aus den 60er Jahren oder die Biographie eines Protagonisten der Entkolonialisierung Afrikas.
"Ich will die Puzzleteile zusammenfügen. Ich suche die Spuren des Propheten. Warum hier in Brüssel? Warum nicht? Der Geist des Propheten zieht weit weg von Zuhause umher, ohne Ruhe zu finden. ... Manche behaupten der Prophet sei tot. Aber sie konnten nie die Leiche zeigen. Der Prophet streift durch diese Stadt. Er nagt am Gewissen der Schuldigen. Ihr Schicksal ist für immer mit dem seinigen verbunden."
Wie die Teile eines Puzzles fügt der Film verschiedene Handlungsstränge zusammen: die Kolonialgeschichte des Kongo; die Ereignisse des Jahres 1960, in dem der Kongo unabhängig von Belgien und sein erster Ministerpräsident, Patrice Lumumba, abgesetzt, verhaftet und ermordet wurde; Gespräche mit Zeitzeugen über die Ereignisse, vor allem auch über die Rolle der Medien während des Jahres 1960. Immer wieder ist es aber auch ein ganz subjektiver Blick: Peck, der mit seinen Eltern - der Vater als Landwirtschaftsberater, die Mutter als Sekretärin des Bürgermeisters von Léopoldville - aus Haiti in den Kongo kam, führt deshalb im Film immer wieder einen fiktiven Dialog mit seiner Mutter, die aus ihrer Sicht von den Ereignissen erzählt ("Meine Mutter erzählt..."). 
Im historisch-dokumentarischen Teil zeigt Peck die fast überstürzte, völlig unvorbereitete Entlassung der Kolonie Belgisch-Kongo in die Unabhängigkeit ("Man übergibt ihnen das Steuer eines Rennwagens bei Tempo 200, wohl wissend, daß sie eben erst Laufen gelernt haben, und erklärt ihnen: Bitteschön, das ist jetzt Ihr Rennen."). Lumumba, der erste Ministerpräsident, hält im Gegensatz zu Joseph Kasavubu, dem Präsidenten, bei den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten eine Rede, die dem anwesenden belgischen König Baudouin mißfällt. Hatte dieser doch die Verdienste seines Großvaters, Leopold II., in ein helles Licht gerückt. Lumumba, noch zu Beginn des Jahres verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, aber sagt: "Man hat uns erniedrigt und beleidigt. Wie können wir vergessen, daß man uns als Schwarze mit "Du" ansprach, und das gewiß nicht aus Freundschaft, sondern weil das respektvolle "Sie" für Weiße reserviert war". Als unzufriedene Soldaten der "Force Publique" meutern, belgische Fachkräfte das Land fluchtartig verlassen, die rohstoffreiche Provinz Katanga unter Tshombé sich für selbständig erklärt und belgische Truppen ins Land kommen, ruft Lumumba die Vereinten Nationen zur Hilfe. Von Präsident Kasavubu entmachtet und unter Hausarrest gestellt, versucht er zu Verbündeten nach Stanleyville zu gelangen, wird verhaftet und vor den Augen der Weltpresse gefoltert. Im Januar 1961 an seine Feinde in Katanga ausgeliefert, wird er zusammen mit seinen ehemaligen Ministern MPolo und Okito ermordet.
Dieser mit Dokumentaraufnahmen belegten Darstellung der Vorgänge des Jahres 1960 werden Interviews mit verschiedenen Zeitzeugen gegenübergestellt: Louis Willems, der 1960 Korrespondent der Nachrichtenagentur "Agence Belga" war; einem Mitarbeiter der belgischen Botschaft in Léopoldville, Jacques Brassine, 1991 Kabinettsdirektor in der belgischen Regierung; Pierre Devos, 1960 Reporter im Kongo, 1991 Nachrichtenchef des belgischen Fernsehens; Jean Kestergate, der ebenfalls als Reporter die Ereignisse nach der Unabhängigkeit verfolgte; dem ehemaligen Major der Force Publique Francois Vanderstraten sowie zwei belgischen Mitarbeitern Lumumbas, Jean van Lierde und Serge Michel, seinem damaligen Pressesprecher. Auch der ehemalige Informationsminister in der Regierung Lumumbas, Kaschamura und seine Tochter Juliana, heute Journalistin, geben Auskunft über die Ereignisse und die Person.
Offensichtlich ist, daß Lumumba auf Druck der belgischen Regierung entlassen wurde. "Lumumba mußte kaltgestellt werden", sagt Jaques Brassine, der zusammen mit Kestergate 1991 ein Buch über den Tod Lumumbas veröffentlichte ("Qui a tué Patrice Lumumba?"). Mit der Distanz von 30 Jahren sind die Interviewten teilweise auch zu kritischen Einschätzungen bereit. So sagt der heutige Informationschef des belgischen Fernsehens Pierre Devos: "Belgien hat den Kongo in keiner Weise auf die Unabhängigkeit vorbereitet. Lumumba wollte man loswerden und Kasavubu war nicht in der Lage, das Land zu kontrollieren. Und auf wen fiel die Wahl der westlichen Nationen? Den Oberbefehlshaber der Armee" (Mobutu, Anm. d. Autoren). Und an einer anderen Stelle sagt derselbe Zeitzeuge: "Es gibt die Freiheit der Presse, aber nicht die Freiheit des Journalisten. Wir wußten genau, wie wir über Lumumba zu berichten hatten." Zutage kommen aber auch rassistische Vorurteile, die noch immer deren Bild der Menschen in Afrika bestimmen. So, wenn einer der Befragten erklärt, es könne keinen "Lumumbismus" geben, weil Afrikaner zu einer solchen Mythenbildung, im Gegensatz zu Europäern oder Lateinamerikanern, ganz einfach nicht in der Lage seien.
Peck zeigt aber auch seine Familie in vom Vater gemachten Super 8-Filmen, erzählt von seinen Eltern, den Spielkameraden. Er reflektiert dabei die Zwischenstellung, die sie als "Entwicklungshelfer" im Kongo gespielt haben. Ein spannender Perspektivenwechsel findet statt, wenn er Aufnahmen von einem Familienurlaub in Europa zeigt und zu den ersten von ihm aufgenommenen Filmbildern aus einer spanischen Stierkampfarena erzählt, daß er auf die Frage seiner Tochter, was er gedacht habe, als der Stier getötet wurde, antwortet: "Ich traue mich nicht, ihr zu sagen, daß mein größtes Problem die Schärfe war." Diese Frage nach der Wahrheit der Bilder stellt Peck auch an anderen Stellen des Films immer wieder.
Es mag befremden, wenn zu Aufnahmen von Leichenbergen eines deutschen Konzentrationslagers gesagt wird: "Der Holocaust folgte keinem ökonomischen Zwang. Das macht die Zusammenhänge klarer. Das zivilisierte Europa ermordete mit mathematischer Sorgfalt die eigene Elite. Bei jedem Toten bleibt der Schmerz der gleiche". Aber wenn danach die Geschichte der Kongolesen erzählt wird, die 1897 zur Weltausstellung nach Brüssel verfrachtet und ausgestellt wurden und im europäischen Winter umkamen, wird verständlicher, worum es Peck geht. Die "kulturelle" Überlegenheit ist auch eine Überlegenheit bei der Planung des Tötens. Deshalb durchstreift sein Prophet am Ende auch die belgische Hauptstadt und einen Empfang der Spitzen der Gesellschaft. "Der Prophet pflegt seinen Ruf und kommt "Guten Tag" sagen. Übrigens ein demütiger Prophet. Ein Prophet ohne Grab. Wie soll er Frieden finden?"
 

2. Form
Die ungewöhnliche und komplexe Struktur des Films ist wahrscheinlich schon durch die Wiedergabe des Inhalts erkennbar geworden. Ständig finden Orts-, Zeit- und Perspektivenwechsel statt. Als Archivmaterial verwendet Peck neben Filmen auch Fotos, bei denen er nicht nur die Totale abfilmt, sondern den Zuschauenden immer wieder zu Details hinführt. Der Text kommentiert nicht nur, er gewinnt an vielen Stellen eine eigene poetische Kraft. Dadurch wird es zwar schwieriger, ein klares Bild von den Ereignissen und Abläufen des Jahres 1960 zu bekommen. Andererseits gelingt es aber, über die Identifikation mit der Hauptfigur und die Auseinandersetzung mit der historischen Situation der Jahre 1960/61 hinaus, zur Reflexion über weitergehende, strukturelle Fragen anzuregen. Der alltägliche Rassismus, die Bedeutung der Medien, die Auseinandersetzung des Autors mit seiner Biographie und seiner Rolle als Filmemacher sind weitere Aspekte dieses filmischen Essays. Peck selbst bezeichnet ihn in einem Interview als "fiktionalen Dokumentarfilm" ("Lumumba ist ein fiktionaler Film. Aber alles an ihm entspricht der Realität, sogar die poetischen Momente. Es ist ganz einfach ein fiktionaler Dokumentarfilm." in: Cinematograph Schriftenreihe Band 4. Innsbruck o.J.)
Wichtig für die Wirkung ist sicher auch der in der deutschen Synchronisation adäquat gesprochene, sehr einfühlsame Text.
Lumumbas Fall ist für Peck einerseits historisches Einzelereignis, andererseits Beispiel für Inhumanität und Gewalt überall. Der Film verläßt dabei gängige Wege des Dokumentarfilms, was für manche den Zugang erschweren mag. Er gewinnt dadurch aber eine ganz eigene große Intensität, die ihn zu einem herausragenden Beispiel für die Möglichkeiten dieses Genres macht.
 

3. Verwendung
Aus dem bisher Gesagten ergibt sich unschwer, daß der Film nicht geeignet ist, will man eine genaue historische Darstellung der Kolonialgeschichte, des Unabhängigkeitskampfes und des Bürgerkriegs in den Jahren nach 1960 im ehemaligen belgischen Kongo vermitteln.
Er ist aber sehr zu empfehlen, wenn die Zielsetzung anders beschrieben wird. So lassen sich etwa folgende Fragen erörtern:

Geschichte/Politik
Wie wurden die Menschen in den Kolonien behandelt?
Welches Selbstbild entwarfen die Kolonialmächte (z.B. Rede König Baudouins bei denUnabhängigkeitsfeierlichkeiten 1960)?
Wie wurde, auch nach der formellen Unabhängigkeit, auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung Einfluß genommen?

Rassismus
Wie wurden "Neger" von den Kolonialmächten dargestellt und ausgestellt? (Menschen aus dem Kongo als Ausstellungsobjekte bei der Weltaustellung in Brüssel)
Wo kommt in den heutigen Stellungnahmen - offen oder versteckt - Rassismus zum Ausdruck?

Medienkritik
Wie berichteten belgische Journalisten über die Vorgänge im Kongo? Wer nahm Einfluß auf die Berichterstattung?
Wie wird das Bild von Personen gemacht (Lumumba, Mobutu, Kasavubu)? Welche Interessen werden dabei verfolgt?
 

4. Chronik
Für das Verständnis des Films erachten wir historische Hintergrundinformationen zur Geschichte der heutigen Republik Zaire für unerläßlich.
Gemäß der Chronologie des Films orientiert sich die folgende Aufstellung an den drei historischen Ebenen: 1. Anfänge der Kolonialgeschichte, 2. Dekolonisationsprozeß, 3. aktuelle Situation Zaires. An den letzten Punkt schließen sich einige Daten zur wirtschaftlichen und geographischen Situation Zaires an.

4.1 Anfänge der Kolonialgeschichte
15.-19. Jahrhundert: Auf dem Gebiet der heutigen Staaten Angola, Kongo und Zaire entstehen Königreiche: Kongo (15. Jh.), Kuba (17. Jh.), Luba (16. Jh.), Lunda (17. Jh.), Msiri (19 Jh.)
15.- 19. Jahrhundert: Beginn der Erforschung des heutigen Zaire, vornehmlich durch Missionare christlichen Glaubens, aber auch durch Einzelpersonen mit Forschungs- und Wirtschaftsinteressen, wie zuletzt David Livingstone oder Henry Morton Stanley, Afrikaforscher und Journalist
~ 1700 Beginn des Sklavenhandels
1878-1887: Henry Morton Stanley erwirbt im Auftrag Leopolds II. das Gebiet des heutigen Zaire und schließt Verträge mit den Stammeskönigen ab
1884-1885: Auf der "Berliner Konferenz" teilen die europäischen Großmächte Afrika unter sich auf. Leopold II., König von Belgien, macht seine Ansprüche auf das Gebiet des Kongo (heute Zaire) geltend und bekommt eine persönliche Souveränität zugesprochen. Er nennt die neue Kolonie "Congo Free State"
1887: Zur Weltausstellung in Brüssel werden Menschen aus den Kolonien als "Attraktion" geholt; viele erkranken aufgrund des ungewohnten Klimas und sterben
1908: Die belgische Regierung übernimmt die Kolonie "Congo Free State" von Leopold II. aufgrund von Berichten über gravierende Menschenrechtsverletzungen; die "koloniale Dreieinigkeit" (Riedel) von christlicher Mission, privater Kolonialgesellschaften u. staatlicher. Verwaltung wird beibehalten, die Ausbeutung von Bodenschätzen gewinnt an Bedeutung
Die "Charte coloniale" verbietet der kongolesischen Bevölkerung jegliche politische Betätigung

4.2 Dekolonisationsprozeß
1958 
August: De Gaulle bietet der französischen Kolonie Kongo-Brazzaville (heutiger Kongo) die Unabhängigkeit an
23. August: Erklärung ("Contre-Manifeste") des AKABO (Association des Bakongo, eine Vereinigung, die sich an der Einheit des Mukongovolkes orientierte) zur Unabhängigkeit; die unverzüglich politische und individuelle Grundrechte der afrikanischen Bevölkerung fordert. Seit 1955 ist Joseph Kasavubu deren Präsident
5. Oktober: Gründung des Mouvement National Congolais (MNC), eine der Vereinigungen innerhalb der kongolesischen Befreiungsbewegung, die Sezessionsbestrebungen bekämpft und sich für die Einheit des kongolesischen Staatsgebietes eintritt. Patrice Lumumba wird deren Präsident
1. Panafrikanischer Kongreß in Accra (Ghana), das bereits unabhängig ist; es nehmen unter anderem teil: AKABO (s. o.), PSA (Parti Solidaire Africain), MNC, CONAKAT (CONféderation des Associations du KATanga), BALUBAKAT (Association des BALUBA du KATanga), CERA (CEntre du REgroupement Africain) sowie PNP (Parti National du Progrès)

1959
4.-6. Januar: Bei Unruhen und Protesten gegen das Verbot des AKABO in Léopoldville werden führende Mitglieder verhaftet
13. Januar: Der amtierende belgische König Baudouin kündigt einen Stufenplan zur Unabhängigkeit des Kongo an
15. Januar - 13. Februar: Der neue amtierende Minister für den Kongo -Van Helmrijk- reist durch den Kongo
11.-13. März: Zweite Reise van Helmrijks nach Léopoldville, wo er die Freilassung der Anführenden des AKABO veranlaßt und sie zu einer Konferenz nach Brüssel einlädt
7.-12. April: kongolesische Parteien fordern auf einem Kongreß in Luluabourg die Unabhängigkeit des Kongo für Januar 1961
Mai: Patrice Lumumba hält sich in Belgien auf
4. August: blutige Unruhen in Luluabourg zwischen der Gruppe der Luluas und der Balubas, Angehöriger verschiedener Ethnien
23.-28. Oktober: Kongreß des MNC in Stanleyville
29.-31. Oktober: Kongreß nationalistisch gesinnter kongolesischer Parteien in Stanleyville
30./31. Oktober: Bei Unruhen in Stanleyville kommen 30 Menschen ums Leben
1. November: Patrice Lumumba wird verhaftet; er fordert Gespräche über die Unabhängigkeit des Kongo ("Table Ronde")
17.-31. Dezember: König Baudouin reist in den Kongo
24.-27. Dezember: Kongreß kongolesischer Parteien in Kisantu, die für einen föderalistischen Staatsaufbau des Kongo eintreten

1960
18.-21. Januar: Prozeß gegen Patrice Lumumba
19. Januar: Die kongolesischen Delegierten fordern in Brüssel die Freilassung Lumumbas und seine Beteiligung an den Gesprächen des "Runden Tischs"
20. Januar: Beginn der Verhandlungen des "Runden Tischs"; beteiligt sind u.a. 45 Delegierte kongolesischer Parteien
25. Januar: Freilassung Patrice Lumumbas; er trifft am darauffolgenden Tag in Brüssel ein
20. Februar: Abschluß der Verhandlungen über die Unabhängigkeit des Kongo. Als Tag der Unabhängigkeit wird der 30. Juni 1960 bestimmt. Das politische System des Kongo soll einen föderalistischen Staatsaufbau enthalten, der von Patrice Lumumba abgelehnt wird; er fürchtet aufgrund sezessionistischer Bestrebungen um den Zusammenhalt des Staates
11.-25. Mai: Die ersten Parlamentswahlen werden durchgeführt, über 100 Parteien nehmen teil; der MNC ist mit 41 von 137 Abgeordneten stärkste Partei, erreicht aber nicht die Mehrheit der Stimmen
13. Juni: Patrice Lumumba wird Ministerpräsident und mit der Regierungsbildung beauftragt; er beruft trotz Warnungen u..a. Joseph Mobutu in seine Regierung
16. Juni: Das kongolesische Parlament tritt zum ersten Mal zusammen
17. Juni: Der belgische "Minister für afrikanische Angelegenheiten" beauftragt entgegen des demokratischen Auftrags der kongolesischen Bevölkerung Kasavubu mit der Regierungsbildung
23./24. Juni: Kasavubu bleibt erfolglos; die von Lumumba vorgeschlagene Regierung wird von den beiden Kammern des Parlaments bestätigt; Kasavubu wird zum Präsidenten ernannt
30. Juni: Offizielle Proklamation der Unabhängigkeit des Kongo mit Reden von König Baudouin, Kasavubu und Patrice Lumumba
5.-12. Juli: "La Force Publique", die von der belgischen Kolonialmacht gegründete und immer noch von belgischen Offizieren geführte Armee, meutert wegen unzureichender Bezahlung und Lebensbedingungen
7.-8. Juli: Soldaten besetzen das Zentrum von Léopoldville; die Mehrheit der belgischen Bevölkerung - darunter insbesondere Verwaltungsbeamte - verläßt das Land
8. Juli: Das belgische Offizierskorps wird durch kongolesische Soldaten abgelöst; Joseph Mobutu wird Major
11. Juli: Die reichste Provinz des Staates Katanga erklärt unter Tshombé (Partei CONAKAT) ihren Austritt aus dem kongolesischen Staatswesen
13. Juli: Ohne Zustimmung von Patrice Lumumba landen belgische Truppen in Léopoldville
14. Juli: Patrice Lumumba wendet sich an die Vereinten Nationen. Der Sicherheitsrat verabschiedet eine "Kongoresolution": Die belgischen Truppen sollen durch Blauhelmsoldaten ersetzt werden; dies bringt den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Belgien mit sich
15. Juli: Ankunft des ersten UN-Kontingents tunesischer und ghanaischer Soldaten
22. Juli - 8. August: Patrice Lumumba reist in die USA, nach Kanada, Tunesien, Marokko, Guinea und Ghana
9. August: Die Provinz Süd-Kasai erklärt ihren Austrtitt aus dem kongolesischen Staatsverband
12./13. August: Nach Verhandlungen zwischen dem UN-Generalsekretär Dag Hammerskjöld und Tshombé wird das Engagement der Blauhelme in der Provinz Katanga eingeschränkt
14. August: Lumumba protestiert gegen diese Übereinkunft
15. August: Die französische Kolonie Kongo-Brazzaville, der heutige Kongo, erklärt sich für unabhängig
24. August: Regierungstruppen beginnen eine Offensive zur Beendigung der Sezession von Süd-Kasai
25. August: 2. Panafrikanische Konferenz in Léopoldville 
5. September: Präsident Kasavubu entläßt auf Geheiß Belgiens Ministerpräsident Lumumba; dieser wiederum erklärt Präsident Kasavubu für abgesetzt
7. September: Das kongolesische Parlament spricht Ministerpräsident Lumumba sein Vertrauen aus
8. September: Beginn einer Offensive der Armee im Norden der Provinz Katanga, um deren Sezession rückgängig zu machen
12. September: Präsident Kasavubu ernennt eine neue Regierung unter Ministerpräsident Joseph Ileo; bis zum Putsch Mobutus 1965 üben nach Joseph Ileo Adoula und auch Tshombé das Amt des Ministerpräsidenten aus
13. September: Das kongolesische Parlament fordern die Wiedereinsetzung der alten Regierung; Präsident Kasavubu löst dieses daraufhin für einen Monat auf
14. September: Erster Staatsstreich Mobutus, unterstützt durch die ehemalige Kolonialmacht Belgien
16. - 17. September: Treffen zwischen Mobutu und Tshombé in Elisabethville
10. Oktober: Lumumba entzieht sich seiner Verhaftung und wird im eigenen Haus von UN-Soldaten bewacht
22. November: Angriff der kongolesischen Armee auf die Botschaft Ghanas in Léopoldville
23. November: Gizenga, Verbündeter von Patrice Lumumba, bildet in Stanleyville eine nationalistisch gesinnte Regierung
27. November: Lumumba verläßt Léopoldville, um zu seinen Verbündeten nach Stanleyille zu gelangen
1. Dezember: Lumumba wird gefangengenommen
2. Dezember: Lumumba wird, gemeinsam mit zwei Ministern seiner Regierung, M'Polo und Okito, nach Leópoldville gebracht
3. Dezember: Lumumba wird ins Militärcamp Thysville gebracht
12. Dezember: Gizenga ruft in Stanleyville eine "Republique libre du Congo" aus
15.-18. Dezember: Konferenz "gemäßigter" afrikanischer Staaten in Brazzaville. Treffen von Präsident Kasavubu und Tshombé

1961
13. Januar: Bei einer Meuterei im Militärcamp Thysville kann sich Lumumba befreien, wird jedoch wieder festgenommen
15. Januar: Präsident Kasavubu liefert Lumumba mit Zustimmung der belgischen Regierung an die Provinz Katanga - und damit an seinen Widersacher Tshombé - aus
17. Januar: Lumumba, M'Polo und Okito werden nach Elisabethville gebracht und in derselben Nacht ermordet
14. Februar: Bekanntgabe vom Tod Lumumbas und seiner Begleiter; nach offizieller Darstellung sind diese auf der Flucht von Bewohnern eines Dorfes, dessen Name ungenannt bleiben soll, erschossen worden
1961-1963: Zeit der "Kongo-Wirren": Sezessionsbestrebungen mehrerer Provinzen, insbesondere Katangas (später Shaba) und Kisais.

1964
24. Juni: Inkrafttreten der nach Vorarbeiten von UN-Experten erarbeiteten Verfassung

1965
24. November: Ein erneuter Putsch Mobutus, der vom amerikanischen Geheimdienst unterstützt wird, führt zur endgültigen Machtübernahme. Der Tag wird zum Nationalfeiertag erklärt

1967
19. April: Gründung der Einheitspartei "Mouvement Populaire de la Revolucion" (MPR) durch Mobutu; andere Parteien sind endgültig verboten. Die Bevölkerung von Zaire ist qua Geburt Mitglied der Partei. Der Aufbau der MPR wird in den kommenden Jahren allmählich an den sozialistischer Parteien angelehnt: Wichtigste Organe sind Präsident, Kongreß, Politbüro, Zentralkomitee und Exekutivkomitee. Das Parlament (Conseil Législatif National) setzt sich aus den gewählten "Commissaires du Peuple" zusammen. Dessen Einfluß ist jedoch gleich null: Zum einen werden die Kandidatenlisten ausschließlich von der Führung der MPR aufgestellt; zum anderen beinhaltet die Stellung des Präsidenten eine starke Machtfülle, da Führung der MPR und der Armee in einem Amt vereinigt sind

1971
27. Oktober: Zaire wird Name der Republik, des Kongoflusses sowie der Währung
 

4.3 Aktuelle Entwicklungen
Die Demokratisierungsprozesse in Osteuropa und die damit einhergehende Beendigung des Ost-West-Konflikts wirkten auf viele Staaten des afrikanischen Kontinents, so auch auf Zaire.
In Zaire konnten die oppositionellen Kräfte in der innenpolitischen Auseinandersetzung um die Macht seit Beginn der 90er Jahre wieder an Boden gewinnen. Diese Entwicklung wurde gestützt durch die katastrophale wirtschaftliche Entwicklung in den 80er Jahren, durch eskalierende ethnische Konflikte sowie durch ein sinkendes Interesse an der Machterhaltung General Mobutus durch die westlichen Industrienationen, insbesondere den USA, Frankreich und Belgien.

Im folgenden wird versucht, einen kurzen Abriß der jüngsten politischen Ereignisse zu geben.
 
80er Jahre
Amnesty International tritt mit Sonderberichten über gravierendste Menschenrechtsverletzungen in Zaire an die Öffentlichkeit
Immer wieder kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen der Armee mit regimefeindlichen Guerillakämpfern
Am 26. 9. 1984 wird Mobutu in Bonn empfangen

1990
April: Mobutu verkündet die Zulassung von Parteien, die Trennung von (Einheits)Partei und Staat, die Abschaffung von "Politbüro" und "Zentralkomitee" sowie die Umbenennung seiner Partei in "Mouvement Populaire pour le Renouveau"
Bis 1992 gründen sich über 200 Parteien; die wichtigsten Oppositionsparteien sind: UDPS (Union pour la Démocratie et le Progrès Social unter Etienne Tshisekedi); UFERI (Union des Fédéralistes et des Républicains Indépendents unter Nguz a Karl-i-Bond); PDSC (Parti Démocrate et Social Chrétien unter Joseph Ileo, ehemaliger Ministerpräsident)

1991
April: Die genannten Parteien schließen sich zur "Union Sacrée" zusammen
7. August: Gründung der "Nationalkonferenz" durch die Opposition unter Etienne Thisekedi (2700 Mitglieder)
September: Unzufriedene Soldaten meutern und plündern, u.a. in der Hauptstadt Kinshasa; Belgien und Frankreich entsenden Truppen
Oktober: Mobutu beruft seinen Gefolgsmann General Mayele Lyoko an die Sitze der Armee und beginnt mit dem Ausbau des Repressionsapparates
28. November: Mobutu ernennt Nguz a Karl-i-Bond zum Ministerpräsidenten und spaltet damit die "Union Sacrée"
In Nordost-Zaire kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Regime und Regimegegnern, die u.a. als MNC/L (Mouvement National Congolais Lumumba) organisiert sind.

1992
Januar: Streikwelle von Lehr-, Krankenhaus- und anderem staatlichen Personal
19. Januar: Mobutu suspendiert die Nationalkonferenz
7. Februar: Rückkehr des ehemaligen Verbündeten von Lumumba, Gizenga, aus dem Exil
14. Februar: Zaire wird durch den IWF (International Monetary Fund) vom Status "Ineligible" auf den Status "Non-Cooperation" zurückgestuft
16. Februar: Mobutu läßt eine friedliche Demonstration der Opposition niederschlagen;
6. April: Mobutu läßt die Nationalkonferenz wieder zu
15. April: Die Nationalkonferenz erklärt sich für souverän
14./15. August: Die Nationalkonferenz wählt Etienne Tshisekedi zum Ministerpräsidenten
9. September: Rückkehr von Lumumbas Sohn Roland aus dem Exil
1. Oktober: Tshisekedi verkündet die Entlassung von Zentralbankchef Nyembo
4. Oktober: Mobutu läßt wichtige öffentliche Gebäude, darunter die Zentralbank, durch das Militär besetzen
November: "Lumumbistische" Organisationen - Anhängerinnen und Anhänger des ermordeten Ministerpräsidenten Patrice Lumumba - schließen sich zur UFONAL (Union des FOrces NAtionalistes Lumumbistes) zusammen
14. November: Die Nationalkonferenz verabschiedet einen Verfassungsentwurf, in dem u.a. Gewaltenteilung, demokratische Freiheiten sowie die Garantie von Menschenrechten im Vordergrund steht
3. Dezember: Mobutu läßt Tshisekedis Dienstgebäude durch Panzer besetzen
5. Dezember: Die Nationalkonferenz beschließt ihre Selbstauflösung und die Gründung eines
452-köpfigen Übergangsparlaments des "Haut Conseil de la République" (HCR)
14. Dezember: Mobutu läßt die Eröffnungssitzung des HCR durch das Militär verhindern; auf Druck der USA, Belgiens sowie Frankreichs findet diese am darauffolgenden Tag statt

1993
März: Mobutu entläßt Premierminister Tshisekedi; die Nationalkonferenz akzeptiert diese Entscheidung nicht
9. März: Anhängerinnen und Anhänger von Mobutu gründen ein "Conclave politique zarois", das von HCR und Union Sacrée boykottiert wird
17. März: Das Konklave wählt Faustin Birindwa zum Premierminister
29. März: Mobutu ernennt Birindwa zum Premierminister; seitdem besitzt das Land zwei konkurrierende Regierungen


5. Allgemeine Daten
Bevölkerung: 34,852 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner
Fläche: 2.344.855 qkm; dies entspricht 14,9 E/qkm; die Republik Zaire ist der zweitgrößte Staat Afrikas, fast siebenmal so groß wie Deutschland
Hauptstadt: Kinshasa (früher Léopoldville) mit ca. 5 Mio. Einw.; ca, 39,5% der Bevölkerung leben in Städten; die Arbeitslosenquote in Kinshasa wird auf 40 % geschätzt (gemessen an westlichen Maßstäben)
Wirtschaft: Zaire wurde 1988 von der Weltbank als das achtärmste Land der Welt eingestuft mit einem jährlichen Durchschnittseinkommen von 170 US Dollar. Diese Größe sagt jedoch nichts über die Einkommensverteilung aus. Die Wirtschaft Zaires ist seit der Kolonialzeit exportorientiert ausgerichtet, eine binnenwirtschaftlich differenzierte Entwicklung fand bis heute nicht statt.
Industriell produziert werden u.a. Nahrungs- und Genußmittel, Getränke, Textilien, Schuhe, einfache Chemikalien (Farben, Seife), Fahrräder, Zement und Stahldraht.
Zaire verfügt über sehr große Mengen an Bodenschätzen: Im Süden (Provinz Shaba) sind dies vor allem Kupfer, Kobalt, Zink, Blei, Kadmium, Silber, Uran sowie geringere Mengen an Manganerzen. Nordöstlich angrenzend (Provinz Kasai) lagern bedeutende Diamantenvorkommen, im Osten und Nordosten Gold, Eisenerz, Zinn, Kolumbit/Tantalit, Wolframit, Kohle und Erdgas.
Wichtigste Exportprodukte sind Kupfer, Diamanten und Erdöl. Die Rohstoffgewinnung - und damit auch der Export - ist seit Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre, bedingt durch die beschriebenen innenpolitischen Entwicklungen und durch den seit zwei Jahrzehnten andauernden Rohstoffpreisverfall, stark rückläufig. Die Inflationsrate stieg von 1078 % im Jahr 1991 auf 13.000 % (!) im Jahr 1992.
Diese Entwicklung begünstigt die Subsistenzproduktion der bäuerlichen Bevölkerung sowie die Entwicklung eines informellen Sektors in den Städten; wirtschaftliche Tätigkeiten finden außerhalb des monetären Kreislaufs statt und können nur geschätzt werden.
Die wichtigsten Nahrungspflanzen sind Mais, Reis, Maniok, Hirse, Süßkartoffeln Hülsenfrüchte und Zuckerrohr; Kaffee ist das bedeutendste Agrarexportprodukt. Der Rückzug der bäuerlichen Bevölkerung auf die Subsistenzwirtschaft macht die Einfuhr von Nahrungsmitteln notwendig.
Indikatoren der sozialen Entwicklung: Seit 1961 besteht ein Sozialversicherungssystem für alle Erwerbstätigen, das eine Altersrenten-, Invaliden- und eine Arbeitslosenversicherung vorsieht; eine Krankenversicherung besteht nicht, doch fordert das Arbeitsgesetz von 1961 Arbeitgeber auf, an erkrankte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 25% des Lohns zu zahlen und für ärztliche Betreuung aufzukommen. Daten zur Gesundheitssituation sind allerdings seit Jahren nicht mehr erhoben worden: Zahlen von 1979 besagen, daß pro 14.800 Einwohnerinnen und Einwohner eine Ärztin/ein Arzt zur Verfügung stand; diese Situation ist u.a. bedingt durch die Abwanderung ausländischen Personals zu Beginn der 60er Jahre sowie durch die Verweigerung an Bildungsmöglichkeiten für die zairische Bevölkerung während der Kolonialzeit und durch das Regime Mobutus.
Trotz bestehender Schulpflicht für Kinder zwischen 6 und 11 Jahren betrug die Einschulungsquote 1983 75%, die Abschlußquote jedoch nur 40%. Es muß Schulgeld gezahlt werden. Wegen Lehrermangels kann nicht immer und überall unterrichtet werden; die Stabilisierungspolitik des IWF trug Anfang der 80er Jahre zur Entlassung mehrer tausend Lehrerinnen und Lehrer bei.
Zaire verfügt über drei Hochschulen, die 1985 von 40.878 Studierenden besucht wurden.
Trotz Schulpflicht wurde die Analphabetenquote 1985 auf knapp 39% geschätzt. Frauen und Mädchen verfügen über geringere Lebens- und (Aus)Bildungschancen als Jungen und Männer: Von eingeschulten Kindern sind nur 65% Mädchen; ebenso viele Frauen sind Analphabetinnen.                          
aus: Wiese 1980, S. 2


6. Literatur
Ansprenger, Franz: Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert. München 1992

Benot, Yves: La mort de Lumumba. Paris 1989
Versucht eine Analyse, in der sowohl die inneren Auseinandersetzungen im Kongo wie in Belgien berücksichtigt werden, aber auch die internationale Politik in der Zeit des Kalten Krieges

Bobb, F. Scott: Historical Dictionary of Zaire. London 1988
Brassine, Jaques/Kestergat, Jaques: Qui a tué Patrice Lumumba? Paris 1991
Beide Autoren waren Zeugen der Ereignisse im Kongo: Brassine als belgischer Beamter in Elisabethville, Kestergat als Reporter, der zu dieser Zeit an den Orten des Geschehens war. Beide werden von Peck in seinem Film interviewt.

Hofmeier, Rolf, Institut für Afrika-Kunde (Hg.): Afrika. Jahrbuch 1992. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Afrika südlich der Sahara. Opladen 1993

Hofmeier, Rolf/Schönborn, Mathias (Hg.): Politisches Lexikon Afrika. München 1984

Jakobeit, Cord: "Das externe wirtschaftliche Umfeld der afrikanischen Demokratisierungsbemühungen. Zwischen Schuldenfalle, Rohstoffpreisverfall, nachlassender Entwicklungshilfe, zerstörerischer Nahrungs-mittelhilfe und ungebrochenem Protektionismus des Nordens" in: ebd., S. 46-56

Kanza, Thomas: Conflict in the Congo. Middlesex 1972
Kanza war ein enger Freund Lumumbas und Minister in seinem Kabinett. Er stellt die Vorgeschichte der Unabhängigkeit und den Versuch Lumumbas zur Einigung des Kongo sowie die Gründe seines Scheiterns dar.

Körner, Peter: "Zaire" in: Hofmeier, Rolf, Institut für Afrika-Kunde (Hg.): Afrika. Jahrbuch 1992. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Afrika südlich der Sahara. Opladen 1993. S. 198-206

Ders.: "Zaire" in: Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hg.): Handbuch der Dritten Welt. 3., völlig neu bearbeitete Auflage 1993, Band 4: Westafrika und Zentralafrika. S. 503- 522

Ders.: "Zaire: Von der Kleptokratie zur Demokratie?" in: Dritte Welt- Jahrbuch 1994. München 1994

Munzinger-Archiv (Hg.): Internationales Handbuch- Länder aktuell. Lfg. 26/89-6/94. Ravensburg

Nohlen, Dieter (Hg.): Lexikon Dritte Welt. Vollständig überarbeitete Neuausgabe. Stand: Januar 1993. Reinbek bei Hamburg 1994

Nohlen, Dieter/Nuscheler, Franz (Hg.): Handbuch der Dritten Welt. Band 4: Westafrika und Zentralafrika. 3., völlig neu bearb. Auflage. Bonn 1993. S. 503-522

Riedel, Jürgen: "Zaire (Republik Zaire)" in: Hofmeier, Rolf/Schönborn, Mathias (Hg.): Politisches Lexikon Afrika. München 1984. S. 422- 434

Scholl-Latour, Peter: Matata am Kongo. Stuttgart 1961
Für Scholl-Latour, der Hand in Hand mit dem Sieger Mobutu abgebildet ist, war Lumumba ein Handlanger des Kommunismus. Er war 1960 als Reporter im Kongo und läßt uns direkt am Geschehen teilhaben ("Schreiende Neger kamen uns entgegengerannt. (...) Die schwarzen Militärs in den grünen Uniformen, die ihnen die Belgier noch hinterlassen haben, waren wie betrunken von Gewalttätigkeit.") Woher die Gefahr kommt, wußte er schon damals genau, und so schließt sein Buch auch prophetisch: "Lumumba ist tot, aber Afrika ist weiter auf dem Marsch."

Simon, Dagmar: Internationale Abhängigkeit und nationale Entwicklung seit der Unabhängigkeit: am Beispiel Zaire. Frankfurt a.M. 1987

Tetzlaff, Rainer: "Die deutsche Entwicklungspolitik nach dem Ende des Ost-West-Konflikts" in: Dritte Welt- Jahrbuch 1994. München 1994. S. 29-46

Wiese, Bernd: Zaire. Landesnatur, Bevölkerung, Wirtschaft. Darmstadt 1980

Willame, Jean-Claude: Patrice Lumumba. La crise congolaise revisistée. Paris 1990

Willame, von 1971-76 Professor für politische Wissenschaften in Zaire, hat über den Kongo bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Versucht hier, dreißig Jahre nach dem Mord an Lumumba, eine neue Einordnung der Ereignisse vorzunehmen.


Wirz, Albert: Krieg in Afrika. Die nachkolonialen Konflikte in Nigeria, Sudan, Tschad und Kongo. Wiesbaden 1982

 
Medienhinweise:
Der „Bote des Fortschritts“ - Eine Flussfahrt auf dem Kongo
Michael Busse, Maria-Rosa Bobbi, BRD 1990
60 Min., Farbe, Dokumentarisches Filmessay
Verleih: EZEF

Der Mann auf dem Quai (L’homme sur les quais)
Raoul Peck, Frankreich/Kanada/Haiti/Deutschland 1993
105 Min., Farbe, Spielfilm, OMU
Verleih: EZEF

 

Jeannette Behringer/Gottfried Böttger                                                                   Januar 1995


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