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Film - Info



Mossane

Senegal, F, BRD 1996
16 mm, 105 Min., Spielfilm, OmU
Buch und Regie: Safi Faye,
Produktion: Muss Cinématographie, Dakar
Kamera: Jürgen Jürges
Schnitt: A. Davanture
Ton: Anna Perini
Musik: Yandé Codou Sène
Darsteller: Magou Seck (Mossane), Isseu Niang (Mutter), Moustapha Yade (Samba), Abou Camara (Onkel), Alioune Konare (Fara), Alpha Diouf (Ngor)

Gefördert vom Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland

Inhalt:

An einem Meeresarm in der Nähe der senegalesischen Atlantikküste lebt Mossane in dem kleinen Dorf Mbissel. Ihr Name bedeutet in der Sprache der Serer ‘Schönheit’. Doch diese außergewöhnliche Schönheit - so heißt es, selbst die Geister seien in die Perle von Mbissel verliebt - bringt der jugendlichen Mossane kein Glück. Weil sie von vielen Männern im Dorf begehrt wird, und weil selbst ihr Bruder Ngor mehr als nur brüderliche Zuneigung zu ihr empfindet, wird der Heiler und Hellseher Baak um Rat gefragt. Baak, Mossanes Onkel, rät den Eltern, die Tochter schleunigst zu verheiraten.
Bei der Suche nach einem Ehemann stehen Tradition und wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Und so fällt die Wahl auf Diogoye, einen in Frankreich lebenden wohlhabenden Emigranten, von dem Mossane nur eine Photographie kennt. Doch Mossane liebt den mittellosen Studenten Fara und ist keinesfalls bereit sich dem Beschluß der Eltern einfach zu unterwerfen.
War das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter bisher von Freundschaft und Harmonie bestimmt, so entwickelt sich nun eine erbitterte Rivalität. Ihrer Mutter gegenüber zu absolutem Gehorsam verpflichtet erscheint Mossanes Widerstand ihr gegenüber nicht nur als Bedrohung der Familieehre, sondern er stellt das Wertesystem der Tradition als solcher infrage.
Die Hochzeitsvorbereitungen nehmen ihren Verlauf und für kurze Zeit scheint es als unterwerfe sich Mossane unter den Willen der Eltern. Umso schockierter zeigen sich die Gäste als sie bei der Hochzeit offen rebelliert: „Ich werde nicht gefragt, aber ich heirate den Mann, den ich liebe.“ Dabei kann sie auf keinerlei Verständnis hoffen: „Ehre kommt vor Gefühlen!“ hält man ihr entgegen. Und zudem hat ihr Bräutigam - nicht zuletzt wegen seiner üppigen aus Frankreich mitgebrachten Geschenke - ohnehin alle hinter sich.
Mossane erscheint die Flucht als einziger Ausweg. In der Hochzeitsnacht versucht sie mit einem Boot den Meeresarm zu überqueren. Doch dies wird ihr nicht gelingen.

Aus einem die Handlung einrahmenden Lied ist von einer Legende zu hören, derzufolge alle zweihundert Jahre ein Mädchen geboren werde, das wegen seiner Schönheit sterben müsse. Doch dieser Mythos wird nur scheinbar als unabänderliches Schicksal beschworen. Vielmehr appelliert Safi Faye an den Widerstandsgeist der Jugend, der sich gegen die Scheinheiligkeit und den Opportunismus wendet, die als Tradition kaschiert werden.


Bio- und Filmografie:

Safi Faye wurde 1943 in Dakar, Sénégal, geboren. Zunächst arbeitete sie als Lehrerin in Dakar. Um Ethnologie zu studieren, ging sie nach Paris, wo sie dann auch als Schauspielerin in einem Spielfilm von Jean Rouch (Petit a Petit) mitarbeitete.
Um ihre ethnologischen Forschungen bei den Serer in Senegal auch filmisch zu dokumentieren, studierte sie Film. Nachrichten aus dem Dorf (Kaddu beykat) ist der erste Langfilm, der von einer schwarzafrikanischen Regisseurin gedreht wurde.

Filmographie (Auswahl):
La passante, 1972
Nachrichten aus dem Dorf (Kaddu beykat) 1975
Neuankömmling, arbeite (Fad jal) 1979
Erntezeit* (Goob na nu) 1979
Selbe*, 1982
Tesito, 1989
(* auch im Verleih bei EZEF)


Pressestimmen:

„Die senegalesische Filmemacherin Safi Faye hat den Frauen Afrikas eine Liebeshymne gewidmet, die durchdrungen ist von einer realistischen Sicht auf die Tradition.“ Ecrans D’Afrique

„Safi Faye erreicht von den Darstellern ein zugleich einfaches und doch bewegtes Spiel, und vom Kameramann Jürgen Jürges, einem der besten seiner Generation, faszinierende Bilder dieser Afrikanerinnen, die ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen.“ Variety


Safi Faye zu Mossane:
„Die Situation der Afrikanerinnen ist nicht mehr nur eine Frage des Gegensatzes zwischen den feudalistischen Traditionen und dem Ruf nach Moderne. Für Mossane und Millionen anderer Mädchen bedeutet es nicht weniger als wirtschaftliche Erpressung.“


 





Artikel zuletzt geändert am: Donnerstag, 9. Februar 2006 16:07


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